AMK / Dem BVL liegen im Zeitraum von März bis November 2022 bereits
vier Berichte zu einer versehentlichen Einnahme von Pergolid-haltigen
Arzneimitteln für Pferde durch Menschen vor. Nach deren Einnahme klagten
die Betroffenen über zum Teil erhebliche gesundheitliche Beschwerden.
Das
synthetische Mutterkornderivat wirkt als Dopaminrezeptor-Agonist und
wird zur Behandlung des sogenannten Equinen-Cushing-Syndroms bei Pferden
eingesetzt. Pergolid kann beim Menschen zu Schwindel, Lethargie,
Erbrechen, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit führen.
Entweder
verwechselten die betroffenen Personen das für die Tiere bestimmte
Präparat mit ihren eigenen Arzneimitteln oder sie verzehrten
Lebensmittel, die mit dem Tierarzneimittel präpariert und für die
Verabreichung an das Tier bestimmt waren. Tabletten für Pferde werden
häufig in Brot, Möhren oder Äpfeln versteckt.
Das BVL empfiehlt
daher, mit Tierarzneimitteln präpariertes Futter möglichst sofort zu
verabreichen oder das Futter gesichert und gekennzeichnet zu lagern,
beispielsweise in eindeutig beschrifteten und verschließbaren
Behältnissen. Tierarzneimittel sind in ihrer Originalverpackung zusammen
mit der Gebrauchsinformation zu lagern und sollten getrennt von
Humanarzneimitteln aufbewahrt werden. Auch ist sicherzustellen, dass
Arzneimittel nicht in der Reichweite von Kindern gelagert werden.
Die
AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, bei der Abgabe von
Arzneimitteln, die zur Anwendung am Tier bestimmt sind, angemessen zum
Risiko von Verwechslungen zu beraten.
Risiken bei der Anwendung
von Arzneimitteln, auch von Tierarzneimitteln, sind bitte unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BVL; Tabletten nur ins Pferdemaul. www.bvl.bund.de → Service → Presse → Pressemitteilungen (Zugriff am 24. November 2022)