In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufLosartan 12,5 - 1 A Pharma®, 21 Filmtabletten; Losartan 25, 50, 75 und 100 - 1 A Pharma® je 28, 56 und 98 Filmtabletten; Losarta1 A Pharma05368986
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05369081
05369098
05369106
05369112
05892380
09294210
05892517
21.09.2021
ChargenrückrufAmoxibeta T 1000, 20 und 30 Tabletten und Amoxibeta 1000 OP14, 14 Tabletten Amoxicillinbetapharm Arzneimittel07518384
07327974
01265887
21.09.2021
Rückrufe allgemeinSchwörer i.L.21.09.2021
ChargenrückrufLosartan HEXAL® 25 mg, 28, 98 und 100 Filmtabletten; Losartan HEXAL®50 mg und 100 mg, je 28, 56, 98 und 100 Filmtabletten, LosarHexal03308862
01592221
01592267
03512249
03215876
03215882
03215899
03512232
01606006
01606012
03249958
03249964
03512226
03249970
03249987
03249993
09096935
09096958
03321822
03349393
21.09.2021
ChargenrückrufPrucaloprid axunio 1 mg, 84 Filmtabletten und Prucaloprid axunio 2 mg, 84 Filmtabletten Prucalopridaxunio Pharma16798951
16798891
20.09.2021
ChargenrückrufHeumann Pharma GmbH & Co. Generica KGHeumann Pharma & Co. Generica KG06142066
06142072
06142089
12658259
12658265
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05371669
05371675
05371681
05371698
05371706
20.09.2021
Rote-Hand-BriefeMitem® 20 mgMitomycin17.09.2021
ChargenrückrufEnalapril - 1 A Pharma® 40 mg, 50 und 100 TablettenEnalapril1 A Pharma13568630
06053552
14.09.2021
ChargenrückrufLenzetto® 1,53 mg / Sprühstoß, 1 und 3x6,5 ml, transdermales Spray, Lösung EstradiolGedeon Richter Pharma16886425
16886431
08.09.2021
ChargenrückrufAlbothyl® 90 mg, 6 Vaginalzäpfchen PolicresulenTakeda0290471108.09.2021
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KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Neue Azido-Verunreinigung in Losartan-haltigen Arzneimitteln gefunden 17.09.2021
Information der Institutionen und BehördenVersorgungsmangel für MPA (Medroxyprogesteronacetat) 250 mg bzw. 500 mg Hexal® Tabletten festgestellt 31.08.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK: Unangenehmer Geruch von Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten: Risiko mangelnder Einnahmetreue 31.08.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus – unerwünschte Wirkungen melden! 17.08.2021
Information der Institutionen und BehördenListe ausgewählter AMK-Nachrichten 1. Halbjahr 2021 (PZ 1/2 bis 26) 05.08.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK: Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht 14.07.2021
Information der Institutionen und BehördenOnline-Nachricht: Die neue Ausgabe des „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ ist da! 30.06.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK: Atropin-haltige Ausgangsstoffe zur Herstellung homöopathischer Rezepturen: Risiko einer Intoxikation 24.06.2021
Information der Institutionen und BehördenOcaliva® Filmtabletten (▼, Obeticholsäure): Risiko einer Leberschädigung – Anwendung bei Patienten mit primärer biliärer Cholangitis und fortgeschrittener Zirrhose kontraindiziert 08.06.2021
Information der Institutionen und BehördenDie AMK in Zahlen: Das Jahr 202017.03.2021

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Foster®, Inuvair® und Trimbow® mit Dosiszählwerk: Risiko für verschlechterte Symptomkontrolle durch verstopfte Düsen

Produkt:
Foster®, Inuvair® und Trimbow®
Datum:
13.10.2020

AMK / Seit der jeweiligen Vermarktung von Foster®, Inuvair® und Trimbow® als Dosieraerosol mit Dosiszählwerk verzeichnet die AMK eine zunehmende Anzahl an Spontanberichten aus Apotheken (siehe Abb. 1).

Die Inhalatoren Foster® und Inuvair® mit den Wirkstoffen Beclometason und Formoterol dienen der regelmäßigen Behandlung von Patienten mit Asthma bzw. der symptomatischen Therapie der COPD. Für die letztere Indikation steht jüngst mit Trimbow® zudem eine Dreifachkombination mit dem zusätzlichen Anticholinergikum Glycopyrronium zur Verfügung.

Dosiszählwerke gelten heute als Standard und unterstützen durch die Anzeige der restlichen Dosen Patienten bei der korrekten Inhalation und Bevorratung. Zwar ist bekannt, dass verbesserte sensorische Rückmeldungen, insbesondere bei Pulverinhalatoren, eine höhere Spontanberichtsrate mitbedingen können (1), aber bei den o. g., vergleichsweise unkomplizierten, Dosieraerosolen war dieser Anstieg aus Sicht der AMK unerwartet.

Der Aufbau der Dosieraerosole ist wie folgt: Die Wirkstoffe liegen gelöst in einer Druckgaspatrone vor. Ein Ventilstift aus dem Druckbehälter grenzt an eine Kammer mit Düse und Austrittsöffnung. Gleich einer Manschette umgibt das Zählwerk die Kammer. Beim Niederdrücken der Patrone gelangt ethanolische Wirkstofflösung in die Kammer, die durch das Treibgas Norfluran an der Austrittsöffnung vernebelt wird. Der Zählerstand vermindert sich durch das Niederdrücken entsprechend. Zur Aufnahme eines Zählwerks wurden jeweils geringfügige bauliche Veränderungen des Inhalators nötig (siehe Abb. 2).

Im Zeitraum von 2013 bis Ende 2019 wurden der AMK insgesamt 478 Verdachtsfälle über Risiken zu den o. g. Dosieraerosolen, einschließlich ihrer Importe (11 %), gemeldet. Über die Hälfte der Meldungen (n=277) bezogen sich auf einen gestörten Auslösemechanismus. Insgesamt entfielen 64 Berichte auf Nebenwirkungsverdachtsfälle, wobei diese in 18 Fällen (13 allein in 2019) im engen zeitlichen Zusammenhang mit einer Fehlfunktion des Dosieraerosols auftraten.

Die Inhalatoren wurden, soweit berichtet, von Patienten mit Asthma (n=5), COPD (n=2), Mischformen aus beiden (n=1) sowie Zustand nach pulmonalem Infekt (n=2) angewandt. Durchschnittlich inhalierten die im Median 51 Jahre alten Patienten regelmäßig 320 µg Beclometason und 15,6 µg Formoterol pro Tag; acht Mal fehlten entsprechende Angaben. In den genannten 18 Fällen enthielten die Sprays im Mittel noch 53 Sprühstöße, als Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Funktionsproblemen beobachtet wurden; dreimal wurde der Zählerstand nicht berichtet. Die Patienten litten unter der Anwendung der Inhalatoren am häufigsten an Luft- bzw. Atemnot oder gaben eine Minderwirkung an. Zur Linderung der Atemnot wurde in drei Fällen eine Dosiserhöhung oder zusätzliche Medikation berichtet. In einem Fall wurde bei einem 47-jährigen Patienten, der bei Bedarf bis zu sechs Sprühstöße pro Tag inhalierte, ein Asthmaanfall infolge einer verlegten Düse berichtet. Das noch 29 Resthübe anzeigende Spray sei unerwartet leer. Dabei enthielt es schließlich doch Lösung, ohne sie freizusetzen. Weiterhin wurden am häufigsten weiße Ablagerungen an der Austrittsöffnung (n=12), keine oder zu schwache Sprühstöße (n=11), erfolglose Reinigungsversuche (n=4) sowie ein stehendes Zählwerk (n=2) berichtet.

Eine Therapiepause, die ihrerseits als Risikofaktor für verstopfte Düsen bekannt ist (2), wurde in keinem Fall berichtet. Soweit dokumentiert, erfolgte in acht Fällen eine Reexposition mit dem fehlerhaften Dosieraerosol mit nachfolgender Verschlechterung der Symptomkontrolle und erneutem Verdacht auf eine Funktionsstörung. Wurde hingegen ein neues Spray verwendet, verbesserten sich die Symptome wie erwartet.

Die vorgenannten 18 Fallberichte umfassten insgesamt 17 verschiedene Chargen, zu denen 12 Reklamationsmuster für Untersuchungszwecke zur Verfügung standen. Die Eingangsprüfungen der AMK bestätigten vor allem weiße Ablagerungen an der Austrittsöffnung (n=8) und am Ventilstift der Patrone (n=5) sowie das Nichtauslösen der Dosieraerosole (n=2). Auch das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL e.V.) bestätigte bei insgesamt fünf von sieben Mustern eine fehlende oder verminderte Aerosolabgabe. Verschlossene Düsen ließen in einigen Fällen das Aerosol bei entsprechendem Niederdrücken retrograd austreten, wodurch die Ventilstifte bzw. die Patrone mit weißen Ablagerungen überzogen wurden und firmenseitig Wirkstoffspuren an der Außenseite der Patrone gefunden werden konnten.

Eine Analyse der Meldedaten der AMK aus den Jahren 2018 und 2019 zeigt für Foster® mit 200 µg Beclometasondipropionat eine fast 3-fach höhere Assoziation (reporting odds ratio 2,8; 95 %-Konfidenzintervall: 1,3-6) für eine gestörte Aerosolfreisetzung im Vergleich zu den geringer dosierten Inhalatoren der o. g. Präparate.

Die vorliegenden Ergebnisse legen nahe, dass die Löslichkeit des Beclometasondipropionat durch Verdunsten des Ethanols herabgesetzt wird und Wirkstoffkristalle an der engen Austrittsöffnung die Düse verschließen. Kristalle können sich auch innen an der Düse bilden (siehe Abb. 3). Kleine Agglomerate an der Innenwand der Kammer könnten sich beim Auslösen eines Sprühstoßes lösen und vor die Austrittsdüse legen.

Die berichteten Phänomene sind zeitlich mit der Einführung des Zählwerks der jeweiligen Dosieraerosole assoziiert. Es lässt sich jedoch nicht verifizieren, ob die baulichen Veränderungen eine verstärkte Kristallisation (mit)bedingen oder erst aufgrund des ersichtlichen Zählerstandes eine Funktionsstörung auffällt.

Das empfohlene Reinigungsverfahren in den Gebrauchsinformationen half in einigen Fällen nachweislich nicht, verschlossene Düsen wieder freizulegen. Teilweise gelang es erst im Labor (ZL) mittels Ethanol bzw. durch mehrmaliges (bis zu neun Mal) Niederdrücken der Patrone, die Kristalle zu lösen und die Düse wieder durchgängig zu machen. In diesen Fällen konnte das ZL stets gleichmäßige Aerosole mit entsprechender Masse und Identität im Vergleich zu einem Referenzprodukt ermitteln.

Auf Basis der o. g. Befunde und der Literatur (3) gibt die AMK folgende Empfehlungen und Hinweise:

  • Bei verminderter bzw. fehlender Aerosolabgabe ist der Inhalator mehrfach hintereinander auszulösen, bis wieder gleichmäßige Sprühstöße beobachtet werden können.
  • Insbesondere Asthmatiker, die mit höheren Dosierungen bzw. der 200 µg-Beclometason-Stärke behandelt werden, sollten ab einem Zählerstand von etwa 50 Resthüben vor Beginn der Inhalation(en) einen Sprühstoß in die Luft abgeben, um eine einwandfreie Aerosolbildung festzustellen.
  • Die Zähleranzeige kann bei verschlossener Düse aufgrund des erhöhten Gegendrucks beim Niederdrücken der Patrone unzuverlässig sein.
  • Asthmapatienten sind bei Verwendung o. g. Zweifachkombinationen darauf hinzuweisen, ihren separaten schnellwirkenden Bronchodilatator für eine Notfallanwendung jederzeit griffbereit zu haben.
  • Das Mundstück sollte zur Minimierung der Verdunstung des Ethanols mit der Kunststoffkappe verschlossen werden.

Ferner erinnert die AMK daran, dass nach der ersten Anwendung die Verwendbarkeitsdauer auf 3 Monate, statt vormals 5 Monate, verkürzt wurde (4).

Nebenwirkungen bei Verwendung von Dosieraerosolen sind bitte mittels UAW-Formular unter www.arzneimittelkommission.de zu melden, auch wenn hintergründig ein Qualitätsmangel vermutet wird. Patienten, die einen Qualitätsmangel vermuten, sollten auch auf ggf. im zeitlichen Zusammenhang beobachtete (Minder-)Nebenwirkungen befragt werden. /

Quellen
1)    AMK; Apotheken beanstanden: Genuair®-Inhalator kann von einigen Patienten nicht ausgelöst werden. Pharm. Ztg. 2015, (160) 9: 99-100.
2)    Gebrauchsinformation Foster 100/6 Mikrogramm Druckgasinhalation, Stand Februar 2014.
3)    arznei-telegramm; Netzwerk aktuell, Unvollständige Wirkstoffabgabe aus Foster (Formoterol plus Beclometason)-Inhalat. 2020 (51) 3: 24.
4)    Fachinformation Foster 100/6 Mikrogramm Druckgasinhalation, Stand November 2018.