AMK / Derzeit besteht nach Mitteilung des Bundesinstituts für
Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland ein Versorgungsmangel
mit Medroxyprogesteronacetat-haltigen Arzneimitteln zur Behandlung von
Patientinnen mit bestimmten hormonabhängigen Tumoren (1). Es handelt
sich um die Arzneimittel MPA 250 mg Hexal® und MPA 500 mg Hexal®
Tabletten (2).
Das Gestagen ist ein unverzichtbares Arzneimittel
bei der Behandlung bestimmter hormonabhängiger Tumore. Eine alternative
gleichwertige Arzneimitteltherapie steht in Deutschland nicht zur
Verfügung. Die Ursache für den Engpass sind Produktionsprobleme, die der
erhöhten Nachfrage nicht entsprechen können.
Auf Grundlage der
Bekanntmachung des BMG nach § 79 Absatz 5 und 6 des Arzneimittelgesetzes
(AMG) können nun die zuständigen Behörden der Länder ein befristetes
Abweichen von den Vorgaben des AMG im Einzelfall gestatten, um eine
Behandlung mit Arzneimitteln zu ermöglichen, die nicht in Deutschland
zugelassen sind. Apotheken sollten sich daher bei Fragen hierzu an ihre
Behörde wenden.
Das Ende der Lieferengpasssituation wird derzeit für Mai 2022 prognostiziert (3).
Die AMK bittet um Informationen, wenn im Apothekenalltag für Patienten
eine versorgungskritische Situation mit Arzneimitteln festgestellt wird.
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Quellen
1) BMG; Bekanntmachung nach § 79 Absatz 5 des
Arzneimittelgesetzes vom 23. August 2021 (BAnz AT 27.08.2021 B10).
www.bundesanzeiger.de (Zugriff am 30. August 2021)
2) ABDA-Datenbank (Zugriff am 30. August 2021)
3) PharmNet.Bund; Veröffentlichte Lieferengpassmeldungen.
www.bfarm.de → Lieferengpass-Datenbank (Zugriff am 30. August 2021)