In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
HerstellerinformationMounjaro®TirzepatidLilly Deutschland20.01.2026
ChargenrückrufFluoxetin beta 20, 20 mg, TablettenFluoxetinbetapharm Arzneimittel0370270220.01.2026
ChargenrückrufFingolimod Heumann 0,5 mg HartkapselnFingolimodHeumann Pharma & Co. Generica KG16358169
16358175
19.01.2026
ChargenrückrufBLEO-cell®BleomycinSTADAPHARM0698316219.01.2026
HerstellerinformationAnagrelid Ribosepharm 0,5 mg und 1 mg HartkapselnAnagrelidHikma Pharma15.01.2026
ChargenrückrufRamipril 089PHARM 5 mg TablettenRamipril089PHARM19397460
19397477
19397483
14.01.2026
ChargenrückrufFolsäure Hevert 5 mg TablettenFolsäureHevert-Arzneimittel1829310313.01.2026
ChargenrückrufFosfuro® 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen 8 gFosfomycinApogepha Arzneimittel0484205513.01.2026
Rückrufe allgemeinVihuma 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. und 4000 I.E Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer InjektionSimoctocog alfaBiotest12549903
12549926
12549932
12549949
14358521
14358538
12.01.2026
ChargenrückrufAtomoxetin Heumann 10 mg Hartkapseln, 7 und 28 StückAtomoxetinHeumann Pharma & Co. Generica KG14063872
14063889
08.01.2026
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KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenBMG: Versorgungsmangel für isotonische Natriumchlorid-Lösungen festgestellt18.10.2024
Information der Institutionen und BehördenPEI: Beyfortus® (▼, Nirsevimab), 50 mg und 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze: Gestattung zum Inverkehrbringen in französischer und spanischer Beschriftung - Update 17.10.2024
Information der Institutionen und BehördenBMG/PEI: Versorgungsmangel für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Nirsevimab (▼) festgestellt 24.09.2024
Information der Institutionen und BehördenAMK/ZL: Charakteristischer Eigengeruch Metformin-haltiger Arzneimittel04.09.2024
Information der Institutionen und BehördenPEI: Beyfortus® (▼, Nirsevimab), 50 mg und 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze: Gestattung zum Inverkehrbringen in französischer und spanischer Beschriftung03.09.2024
Information der Institutionen und BehördenAMK: Dropizol (eingestellte Opiumtinktur), 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen: Meldungen zu schwankender Tropfengröße27.08.2024
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Semglee (Insulin glargin) 100 Einheiten/ml Injektionslösung in Fertigpen - OP (5x3 ml): Gestattung zum Inverkehrbringen in englischer Aufmachung26.08.2024
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie zu therapeutischen Alternativen bei Lieferengpass von Azithromycin-haltigen Arzneimitteln23.08.2024
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Metamizol Kalceks 500 mg/ml, Injektionslösung: Gestattung des Inverkehrbringens von Packungen in tschechischer/slowakischer Aufmachung19.08.2024
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Lieferengpass bei Atomoxetin-haltigen Arzneimitteln aufgrund von Qualitätsmängeln: Empfehlungen der Fachgesellschaften veröffentlicht08.08.2024

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Okedi (Risperidon) 75 mg und 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension: Risiko für Anwendungsfehler im Zusammenhang mit der Rekonstitution

Produkt:
Okedi
Wirkstoff:
Risperidon
Datum:
17.03.2026

AMK / Im Zeitraum von Januar 2023 bis Februar 2026 überblickt die AMK insgesamt 31 Spontanberichte aus Apotheken zu Okedi (Risperidon) 75 mg und 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, darunter fünf Fälle zu Import-Präparaten. Es wurden Probleme im Zusammenhang mit der Rekonstitution berichtet, wie das Austreten der Suspension, die Bildung von Rissen an der Spritze (siehe Abbildung 1) sowie eine als zu hoch beschriebene Viskosität der zubereiteten Suspension.

Okedi wird zur Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen angewendet, bei denen die Verträglichkeit und Wirksamkeit von oralem Risperidon bereits nachgewiesen ist. Die Rekonstitution erfolgt durch Fachpersonal unmittelbar vor der Applikation.

Im genannten Zeitraum gingen bei der AMK zu anderen, bereits länger im Markt befindlichen Risperidon-haltigen Depotarzneimitteln zur intramuskulären Anwendung durch Fachpersonal lediglich zwei Meldungen zu Rekonstitutionsproblemen bei Rispolept Consta sowie eine Meldung bei Risperdal Consta ein. Die Präparate unterscheiden sich galenisch: Die älteren Präparate enthalten Mikrosphären-Partikel, während das neuere Präparat Okedi nach parenteraler Gabe eine Polymermatrix in situ bildet (1).

Gegenüber der AMK führt die Firma Unterschiede in der Handhabung zwischen bereits etablierten Depotpräparaten und Okedi als potenziell begünstigende Faktoren an, die das Risiko von Anwendungsfehlern erhöhen können.

Während die seit Langem im Markt befindlichen Präparate gekühlt gelagert werden müssen, ist für Okedi keine Kühlung vorgesehen (2). Für die korrekte Rekonstitution von Okedi ist zudem die Beachtung einer Mindesttemperatur notwendig, da der Inhalt unter 19 °C gefriert (3). Vor Beginn der Zubereitung muss daher sichergestellt werden, dass beide Spritzen diese Mindesttemperatur (19 °C) aufweisen. Meldungen zu erhöhter Viskosität werden daher auf Lagerungsfehler beziehungsweise die Missachtung dieser Temperaturvorgabe zurückgeführt.

Okedi wird als Set aus zwei über ein Gewindesystem verbindbaren Fertigspritzen bereitgestellt – eine mit Pulver, die andere mit Lösungsmittel –, die durch wiederholtes, kräftiges Hin- und Herdrücken der Kolben rekonstituiert werden. Die gemeldeten Rissbildungen an den Spritzen führt die Firma schließlich auf ein Überdrehen beim Verschrauben zurück (4). Laut Gebrauchsinformation sind die Spritzen lediglich bis zu einem spürbaren leichten Widerstand zu verbinden; dabei verbleibt ein sichtbarer Abstand (siehe Abbildung 2).

In der Gesamtschau bewertet die AMK die gemeldeten Rekonstitutionsprobleme als vermutlich anwendungsbedingt. Fehlerbegünstigend erscheint insbesondere die Kombination aus nicht intuitiver Verschraubungstechnik und anschließendem intensivem Mischvorgang (100-maliges rasches Hin- und Herdrücken der Kolben über eine Minute) sowie der temperatursensitiven Handhabung des Präparates. Die AMK hält daher eine deutlichere Hervorhebung der Temperaturanforderungen sowie eine visuell klar erkennbare Darstellung des korrekten Verschraubungsabstands in der Fach- und Gebrauchsinformation für notwendig.

Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, das medizinische Fachpersonal auf die korrekten Lagerungs- und Zubereitungsbedingungen hinzuweisen. Bei eingehenden Reklamationen sollte die Einhaltung der sensiblen Rekonstitutionsschritte erfragt und konkret im Rahmen der AMK-Meldung dokumentiert werden.

Verdachtsfälle von Risiken im Zusammenhang mit Risperidon-haltigen Depotarzneimitteln sind bitte online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen

1.) Assion H‑J, Aubel T, Hajak G, Heres S, Hurlemann R, Kühn K‑U, Leopold K, Rujescu D, Vasic N, Wobrock T, Leucht S: Risperidon ISM®: innovative Depotformulierung zur Therapie der Schizophrenie. Psychopharmakotherapie 2023;30(3):72–81.
2.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A.; Gebrauchsinformation OKEDI 75 mg/- 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, Stand September 2025.
3.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A.; Fachinformation OKEDI 75 mg/- 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, Stand Mai 2023.
4.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A. an AMK (E-Mail-Korrespondenz); OKEDI 100 mg Plv.u.LM H.Depot-Inj.-Susp.Fert.-S. - Spontanberichte. (16. Februar 2026)