In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
HerstellerinformationRabipur®Tollwut-Virus, inaktiviertBavarian Nordic29.02.2024
ChargenrückrufDimenhydrinat-hameln 6,2 mg / ml Injektionslösung, 10x10 ml AmpullenDimenhydrinathameln pharma gmbh1753481728.02.2024
HerstellerinformationSpiolto® Respimat®Tiotropiumbromid und OlodaterolBoehringer Ingelheim Pharma1383270727.02.2024
Rückrufe allgemeinBLENREPBelantamab mafodotinGlaxoSmithKline1662593727.02.2024
ChargenrückrufB12-Tropfen „Ankermann®“ CyanocobalaminWörwag Pharma0497203626.02.2024
Rote-Hand-Briefe23.02.2024
Herstellerinformation1 A Pharma23.02.2024
Rückrufe allgemeinTabrecta®CapmatinibNovartis Pharma17614491
17614516
20.02.2024
Rote-Hand-Briefe19.02.2024
ChargenrückrufBasiscreme DAC, 1 kgCaesar & Loretz0109694719.02.2024
Zeige Ergebnisse 571-580 von 587.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenGefälschte Daten bei Bioverfügbarkeitsstudien: BfArM aktualisiert täglich Liste betroffener Generika16.12.2014
Information der Institutionen und BehördenFDA: DRESS-Syndrom unter Ziprasidon-haltigen Arzneimitteln16.12.2014
Information der Institutionen und BehördenGefälschte Arzneimittelstudien aus Indien: BfArM suspendiert Zulassungen09.12.2014
Information der Institutionen und BehördenIvabradin (Procoralan): Neue Empfehlungen zur Sicherheit und Anwendung02.12.2014
Information der Institutionen und BehördenAnwendungsbeschränkungen Bromocriptin-haltiger Arzneimittel zur Hemmung der Milchbildung02.12.2014
Information der Institutionen und BehördenDuale Blockade mit Renin-Angiotensin-Sytem (RAS)-beeinflussenden Arzneimitteln: Änderung der Zulassungen aufgrund von Nierenvers18.11.2014
Information der Institutionen und BehördenTecfidera (Dimethylfumarat): Verdachtsfall einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML)18.11.2014
Information der Institutionen und BehördenTherapeutika zur Androgensuppression: Aktualisierung der Produktinformationen aufgrund von QT-Intervall-Verlängerung11.11.2014
Information der Institutionen und BehördenStufenplanverfahren zu Levonorgestrel-haltigen Notfallkontrazeptiva: unabhängig vom Körpergewicht von allen Frauen verwendbar11.11.2014
Information der Institutionen und BehördenUAW-Verdachtsfälle melden: EMA veröffentlicht Informationsblatt für Patienten11.11.2014

Information der Institutionen und Behörden

AMK/ZL: Nebenwirkungen nach Einnahme einer „AAFQ GLP-1 oralen Lösung zur Gewichtsreduktion“ mit ungeklärtem Produktstatus

Datum:
16.12.2025

AMK / Die AMK erreichte eine Meldung aus einer Apotheke zu auftretenden Nebenwirkungen bei einer 48-jährigen Frau nach einmaliger Einnahme einer Trinkampulle einer „AAFQ GLP-1 oralen Lösung zur Gewichtsreduktion“. Etwa zwei Stunden nach der Anwendung traten starke Übelkeit, Schwindel sowie Knieschmerzen mit ausgeprägten Wassereinlagerungen in den Oberschenkeln auf; ebenso zeigte sich dort ein roter, fleckiger Hautausschlag. 

Die betroffene Person suchte am folgenden Tag die Apotheke auf. Die Wassereinlagerungen bildeten sich innerhalb von zwei Tagen zurück; Übelkeit und Kopfschmerzen bestanden noch eine Woche nach der Einnahme.

Laut meldender Apotheke wurde das Produkt aufgrund von Werbung in sozialen Medien über das Internet erworben. Das Präparat ist nicht in der ABDA-Datenbank gelistet; der Produktstatus ist auf dem betreffenden Umkarton nicht deklariert. Als (wirksame) Bestandteile werden „Meglutide“, Moringa, Apfelessigpulver, Kurkuma, Ginkgo-biloba-Extrakt, Sonnenhut, Probiotika und Grüntee-Extrakt angegeben. Der genannte Wirkstoff „Meglutide“ ist in der wissenschaftlichen Literatur nicht beschrieben. Auffällig ist zudem, dass auf der Verpackung unzulässig Logos verschiedener Institutionen (u. a. BfArM, EFSA) verwendet werden (siehe Abbildung).

Im Auftrag der AMK untersuchte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e. V. (ZL) das vorgelegte Muster. Mittels einer hausinternen HPLC-HRMS-Methode (Hochdruckflüssigchromatographie gekoppelt an hochauflösende Massenspektrometrie) wurde auf das Vorhandensein von 153 häufig in Schlankheitsmitteln verwendeten Substanzen getestet. Keine dieser Substanzen konnte nachgewiesen werden. Ebenso waren weder pflanzliche Extrakte noch Semaglutid oder andere GLP-1 Rezeptoragonisten nachweisbar. 

Dagegen konnte Methylparaben in einer geschätzten Konzentration von 0,08 % detektiert werden. Dies entspricht der bei wasserhaltigen Produkten für Konservierungszwecke in der Regel eingesetzten Konzentration. 

Ein weiterer Peak mit einer Molmasse von m/z 389,0636 Da konnte keiner der in diversen Datenbanken aufgeführten Substanzen zugeordnet werden. Eine ergänzende Prüfung durch ein weiteres unabhängiges Labor mittels GC-MS und LC-HRMS/MS fand ebenfalls keine (bekannten) Arzneistoffe oder andere relevanten Substanzen. 

Aufgrund der unbekannten Zusammensetzung, der beschriebenen Nebenwirkungen sowie der irreführenden Aufmachung des Präparats stuft die AMK das Produkt als gesundheitsgefährdend ein. Aktuell liegen Anhaltspunkte für den betrügerischen Internethandel mit einem illegalen Produkt vor.

Der vorliegende Sachverhalt unterstreicht die wichtige Funktion der Apotheken vor Ort als niedrigschwellige Anlaufstelle für Betroffene. Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, Patienten im Falle entsprechender Anfragen von dem Bezug dubioser Produkte aus dem Internet abzuraten. Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit vermeintlichen Schlankheitsmitteln sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen
Swissmedic; Swissmedic warnt vor gefälschten und irreführenden «GLP-1»-Produkten zur Gewichtsreduktion. www.swissmedic.ch → Humanarzneimittel → Marktüberwachung → Illegale Arzneimittelimporte → Informationen (11. Dezember 2025)