In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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Zeige Ergebnisse 541-550 von 3412.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufDuloxetin Heumann 60 mg magensaftresistente HartkapselnDuloxetinHeumann Pharma & Co. Generica KG12955974
10785686
28.03.2024
ChargenrückrufTannolact Fettcreme 0,4 %Galderma Laboratorium08665615
08665621
27.03.2024
ChargenrückrufMagnesium-Optopan®MagnesiumOptopan Pharma0431995125.03.2024
ChargenrückrufACC® Kindersaft, 20 mg / ml Lösung zum EinnehmenAcetylcysteinHexal0696461525.03.2024
ChargenrückrufLevodopa / Benserazid Devatis 100 mg / 25 mg TablettenLevodopa / BenserazidDevatis1685668325.03.2024
HerstellerinformationPfizer Pharma21.03.2024
Herstellerinformation20.03.2024
ChargenrückrufPantoprazol Heumann 20 mg magensaftresistente TablettenPantoprazolHeumann Pharma & Co. Generica KG0586033920.03.2024
HerstellerinformationAmitriptylin Micro Labs 66,29 mg FilmtablettenMicro Labs18.03.2024
ChargenrückrufDuloxetin betaDuloxetinbetapharm Arzneimittel18.03.2024
Zeige Ergebnisse 541-550 von 587.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenPRAC empfiehlt Änderung der Produktinformationen Ibuprofen-haltiger Arzneimittel14.04.2015
Information der Institutionen und BehördenLimptar N (Chininsulfat): Anwendungsgebiet eingeschränkt07.04.2015
Information der Institutionen und BehördenSchwere Herzrhythmusstörungen durch mögliche Wechselwirkungen von Sofosbuvir-haltigen Kombinationen gegen Hepatitis C und Bradykardie-auslösenden Arzneimitteln (Amiodaron)31.03.2015
Information der Institutionen und BehördenFehlerhafte DAC/NRF-Rezepturhinweise zu Levothyroxin-Natrium korrigiert31.03.2015
Information der Institutionen und BehördenEU: Ephedrakraut in Nahrungsergänzungen künftig verboten24.03.2015
Information der Institutionen und BehördenGadolinium-Verbindungen enthaltende Kontrastmittel: Nephrogene systemische Fibrose bei Patienten mit akuter Nierenschädigung24.03.2015
Information der Institutionen und BehördenPRAC zu Codein bei Kindern und Jugendlichen zur Behandlung von Husten und Erkältungskrankheiten17.03.2015
Information der Institutionen und BehördenMögliche Fälschung von Neulasta (Pegfilgrastim)17.03.2015
Information der Institutionen und BehördenÄnderungen in der Verschreibungspflicht zum 1. April 201517.03.2015
Information der Institutionen und BehördenBfArM informiert über mögliche Fälschung von Neulasta (Pegfilgrastim)10.03.2015

Information der Institutionen und Behörden

AMK/ZL: Aimovig® (Erenumab) 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen: vermehrt Meldungen zu nicht auslösenden Fertigpens bei Selbstinjektion

Produkt:
Aimovig®
Wirkstoff:
Erenumab
Datum:
05.01.2026
AMK / Der AMK wurden im Zeitraum von Dezember 2018 bis Oktober 2025 insgesamt 220 Fälle zu Aimovig® (Erenumab) 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen gemeldet, die sich auf einen Defekt des Pens beziehen. Beanstandet wurden ein defekter Auslösemechanismus, Entleerungsstörungen (unvollständige Injektion), mit Verdacht auf Unterdosierung sowie Applikation/Auslaufen der Wirkstofflösung auf die Haut. In acht Fällen wurden unerwünschte Wirkungen bei Patienten dokumentiert wie Übelkeit, Schmerzen an der Applikationsstelle, Hautrötung, Bluterguss und Migräneanfall. Zum Teil wurden mehrtägige Therapieverzögerungen berichtet.

Erenumab ist angezeigt zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat. Die Applikation erfolgt durch den Patienten alle vier Wochen als subkutane Injektion.

Bei Aimovig® im Fertigpen erfolgt die Injektion nach dem Auslösen automatisch. Um ein versehentliches Auslösen der Injektion zu verhindern, hat der Hersteller den Pen mit einer Sicherheitshülse ausgestattet. Deshalb muss der Pen nach Entfernung der Verschlusskappe so fest auf die Haut gedrückt werden, dass die bewegliche Sicherheitshülse vollständig eingedrückt ist. Dies wird erreicht, indem eine feste Oberfläche der Haut nach der Spreiz- oder Druckmethode (1) erzeugt wird. Der Pen wird dann im 90 Grad Winkel auf die feste Haut aufgesetzt, die Sicherheitshülse komplett eingedrückt und anschließend der Startknopf betätigt. Laut Gebrauchsinformation muss die Injektion innerhalb von fünf Minuten nach Entfernung der Verschlusskappe erfolgen, um ein Austrocknen der Lösung und damit ein Verstopfen der Kanüle zu verhindern.

Die Firma stellte gegenüber der AMK in sämtlichen untersuchten Fällen keinen technischen Defekt fest (2). Im Auftrag der AMK untersuchte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e. V. (ZL) ein Reklamationsmuster, bei dem die Verschlusskappe bereits entfernt und die Kanüle durch eingetrocknete Lösung verstopft war (Abb. 1). Beanstandet wurde, dass sich der Pen nicht auslösen ließ. Nach Entfernung des Rückstands und dem vollständigen Eindrücken der Sicherheitshülse ließ sich die Injektion auslösen; es trat jedoch erst zeitverzögert (nach Lösen der Auskristallisation innerhalb der Nadel) die Injektionsflüssigkeit aus. Das ZL bestätigte daher ebenfalls die ordnungsgemäße Funktionsweise des reklamierten Fertigpens.

In der Zusammenschau der Ergebnisse, erkennt die AMK kritische Schritte beim Einsatz des Autoinjektionssystems, die Anwendungsfehler begünstigen können. Hierzu zählt insbesondere das nicht vollständige Aufdrücken des Pens auf die Haut, wodurch die Sicherheitshülse nicht vollständig eingedrückt wird und ein Auslösen des Pens verhindert oder beeinträchtigt werden kann. Die Nichtbeachtung des Fünf-Minuten-Intervalls nach Abzug der Verschlusskappe und die damit verbundene zeitverzögerte Abgabe der Lösung durch allmähliches Lösen der Eintrocknung durch den Kolbendruck kann einen weiteren fehlerbegünstigenden Faktor darstellen.

Im Fall von Reklamationen zu nicht auslösenden Pens empfiehlt die AMK daher, betroffene Patienten zunächst nach der korrekten Anwendung zu befragen bzw. sich diese demonstrieren zu lassen. So kann durch gezielte Beratung wesentlich zur Abgrenzung von (patientenseitigen) Medikationsfehlern und Qualitätsmängeln beigetragen werden.

Laut Hersteller ist aufgrund der prophylaktischen Indikation bei einer verzögerten Anwendung von wenigen Tagen kein relevanter Einfluss auf die Wirksamkeit zu erwarten (2). In einem der AMK vorliegenden Fall wurde jedoch eine psychische Belastung beschrieben, da die betroffene Patientin die Injektion nicht planmäßig durchführen konnte. Zwei weitere Patienten erlitten am geplanten Tag der Injektion einen Migräneanfall.

Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker daher darum, mögliche gesundheitliche Schäden für Patienten im zeitlichen Zusammenhang eines reklamierten Qualitätsdefekts konkret zu erfragen und diese im Rahmen der Meldung zu dokumentieren. Nur so kann die Kritikalität eines gemeldeten Risikos bestmöglich abgeschätzt werden.

Arzneimittelrisiken in Zusammenhang mit der Anwendung von Aimovig® sind bitte online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.

Quellen
1) Novartis Europharm Limited; Gebrauchsinformation Aimovig® 70 mg / - 140 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze, Aimovig® 70 mg / - 140 mg Injektionslösung im Fertigpen. Stand: November 2024.
2) Novartis Pharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Aimovig® 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen - Anfrage zu Spontanmeldungen. (24. Oktober 2025)