In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

Zeige Ergebnisse 441-450 von 3436.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufAarane® N 1 mg / 0,5 mg pro SprühstoßNatriumcromoglicat, ReproterolhydrochloridSanofi-Aventis Deutschland0022546626.08.2024
Rückrufe allgemeinTramadol 100 injekt - 1A-Pharma, 100mg / 2 ml Injektionslösung, 5 und 10 AmpullenTramadolHexal00766653
00766676
26.08.2024
Rückrufe allgemeinTramadol-Sandoz 100 mg / ml Tropfen zum Einnehmen, LösungTramadolHexal0431497126.08.2024
Rückrufe allgemeinTramadolor 100 mg Brause, 30 BrausetablettenTramadolor Hexal0877795226.08.2024
ChargenrückrufSolunat Nr. 8 Tropfen, Solunat Nr. 11 Tropfen, Solunat Nr. 12 Tropfen, Solunat Nr. 14 Tropfen, Solunat Nr. 19 Tropfen und SolunaLaboratorium Soluna Heilmittel21.08.2024
Rote-Hand-Briefe19.08.2024
HerstellerinformationRabipurBavarian Nordic A/S 19.08.2024
ChargenrückrufSolunat Nr. 22 TropfenLaboratorium Soluna Heilmittel02937892
02938070
02938555
02938087
02939431
02939649
02940144
02940345
02940351
02940546
02940552
02941020
02942605
02942798
02944656
02944952
19.08.2024
ChargenrückrufOxaliplatin Hikma 5 mg / ml 200 mg OxaliplatinHikma Pharma1799143716.08.2024
ChargenrückrufTorasemid AL 10 mgTorasemidAliud Pharma0156255616.08.2024
Zeige Ergebnisse 441-450 von 598.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Bundesopiumstelle überwacht Sicherheit von Cannabis zu medizinischen Zwecken über 5 Jahre14.03.2017
Information der Institutionen und BehördenDirekt wirkende Hepatitis-C-Virustatika: Alle Patienten auf Hepatitis B untersuchen!14.03.2017
Information der Institutionen und BehördenCHMP/EMA: Erhöhtes Risiko von Zehenamputationen bei Anwendung von Canagliflozin, Empagliflozin (Jardiance) und Dapagliflozin (Forxiga, Xigduo)28.02.2017
Information der Institutionen und BehördenImportierte Rivotril (Clonazepam)-Tropfen: Verunsicherungen durch zwei Farbvarianten der Lösung21.02.2017
Information der Institutionen und BehördenFDA: Warnung vor seltenen schweren allergischen Reaktionen durch Chlorhexidin-haltige Hautantiseptika21.02.2017
Information der Institutionen und BehördenCHMP: Änderung der Indikation oraler Kontrazeptiva mit Dienogest 2 mg und Ethinylestradiol 0,03 mg bezüglich Akne14.02.2017
Information der Institutionen und BehördenAGMP/BfArM: Mögliche Risiken durch Umstellung von universellen Luer-Konnektoren auf verwechselungssichere Verbinder07.02.2017
Information der Institutionen und BehördenBfArM und PEI: Parenterale Applikation von Frischzellen und xenogenen Organextrakten beim Menschen ist bedenklich07.02.2017
Information der Institutionen und BehördenAMK: Sichere Anwendung von Colchicin-haltigen Tropfen: Vermeidung von versehentlichen Überdosierungen31.01.2017
Information der Institutionen und BehördenBfArM/PEI: Verdachtsfälle zu Checkpoint-Inhibitoren Ipilimumab (Yervoy), Nivolumab (Opdivo) und Pembrolizumab (Keytruda): Meldungen zu bisher nicht bekannten Nebenwirkungen31.01.2017

Information der Institutionen und Behörden

AMK: vermehrte Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion bei Mometason-haltigen Nasensprays

Datum:
20.01.2026

AMK / Die AMK hat die ihr vorliegenden Spontanmeldungen zu Mometason-haltigen Nasensprays im Zeitraum von Januar 2017 bis September 2025 ausgewertet. Insgesamt wurden 208 Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion erfasst, darunter 26 (12,5 %) Meldungen zu nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Apotheken berichteten hierin, dass teils bereits nach wenigen Anwendungen nur noch ungleichmäßige oder keine Sprühstöße mehr abgegeben werden konnten. Betroffen sind Arzneimittel von 17 verschiedenen Zulassungsinhabern.

Mometason wird nasal zur symptomatischen Behandlung der saisonalen und ganzjährigen Rhinitis bei Erwachsenen und Kindern ab drei Jahren angewendet sowie zur Behandlung der Nasenpolypen bei Erwachsenen.

Bei Mometason-haltigen Nasensprays handelt es sich um thixotrope Formulierungen, bei denen die Suspension im Ruhezustand dickflüssig erscheint, bei mechanischer Beanspruchung (Schütteln) hingegen die Viskosität abnimmt. So soll verhindert werden, dass sich die festen Bestandteile der Suspension (über einen längeren Zeitraum) absetzen und die Suspension bricht (1).

In den jeweiligen Produktinformationen sind daher Hinweise hinterlegt, ob das Präparat gegebenenfalls vor der Erstanwendung aktiviert beziehungsweise vor jeder Anwendung die Suspension aufgeschüttelt werden muss. Nach Anwendung können zudem Rückstände der Suspension im Nasenstück verbleiben und über die Zeit (in Ruhe) gelartig werden und so zur Verstopfung der Austrittsöffnung führen.

Daher empfehlen die Gebrauchsinformationen der betroffenen Präparate, das Nasenstück und die Schutzkappe regelmäßig in warmem Wasser zu reinigen und anschließend unter fließendem Wasser abzuspülen. Die Austrittsöffnung darf nicht mit Nadeln oder anderen spitzen Gegenständen bearbeitet werden, da dies den Sprühkopf beziehungsweise den Mechanismus für die Feinverneblung (irreparabel) beschädigen kann, wodurch die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt wird (2). Die Öffnung misst etwa 0,2 mm, die dahinterliegende Verwirbelungskammer ist noch feiner strukturiert (3).

Von 208 Meldungen zur eingeschränkten Sprühfunktion bestätigten acht Fälle einen herstellungsbedingten Qualitätsmangel. In 45 der AMK vorliegenden Firmenstellungnahmen mit erfolgter Musteruntersuchung wurden herstellerbedingte Ursachen hingegen ausgeschlossen; in 24 (53 %) Prüfungen dokumentierten die Firmen Manipulationen am Nasenstück, etwa den Versuch, den Sprühkopf mit spitzen Gegenständen gangbar zu machen. Die Unternehmen führen das Fehlerbild somit überwiegend auf eine nicht sachgemäße Reinigung beziehungsweise Manipulation des Applikators zurück (siehe Abbildung).

In der Literatur werden Medikationsfehler bei Kortison-haltigen Nasensprays beschrieben, insbesondere hinsichtlich der korrekten kontralateralen Sprühtechnik mit von der Nasenscheidewand weg gerichteter Düse (4, 5). Die Auswertung der AMK zeigt jedoch, dass auch die Pflege und Reinigung der Applikatoren häufig patientenseitigen Fehlern unterliegen können, wenn die Hinweise der Gebrauchsinformation nicht korrekt befolgt werden.

Die AMK empfiehlt daher, bei Reklamationen defekter Pumpmechanismen zunächst die durchgeführte Reinigung zu erfragen, um zwischen einem Verdacht eines Qualitätsmangels des betroffenen Arzneimittels und einem (potenziellen) Anwendungsfehler zu differenzieren. Die Ergebnisse sollten der AMK im Rahmen der Meldung mitgeteilt werden. Die AMK empfiehlt Apothekerinnen und Apothekern zudem, bei Abgabe Mometason-haltiger Nasensprays Patienten auf die korrekte Handhabung und Reinigung gemäß Gebrauchsinformation hinzuweisen.

Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit Mometason-haltigen Arzneimitteln sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

 

Quellen

1.) MSD Sharp & Dohme GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] Nasonex® 140 Sprühstöße Nasenspray […]. (5. Dezember 2017).
2.) Organon Healthcare GmbH; Gebrauchsinformation NASONEX® 50 μg/Sprühstoß, Nasenspray, Suspension, Stand März 2024.
3.) Galenpharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] AMK-Fallnummer […] zu MOMEGALEN 50 μg/Sprühstoß Nasenspr.140 Sprühst. (20. Februar 2024)
4.) Al-Taie A. A systematic review for improper application of nasal spray in allergic rhinitis: A proposed role of community pharmacist for patient education and counseling in practical setting. Asia Pac Allergy. 2025 Mar;15(1): 29-35.
5.) Rollema C, van Roon EN, de Vries TW. Inadequate quality of administration of intranasal corticosteroid sprays. J Asthma Allergy. 2019 Apr 3; 12:91-94.