In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

Zeige Ergebnisse 431-440 von 3578.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufClarithromycin Eberth 500 mg Pulver zur Herstellung einer InfusionslösungClarithromycinFirma Eberth Arzneimittel1039420106.03.2025
Rückrufe allgemeinAllopurinol Hexal 300 - TabletteAllopurinolFirma Hexal00345673
00345704
06.03.2025
Chargenrückrufsertralin-biomo 50 mg Filmtabletten, 50 und 100 Stück, sertralin-biomo 100 mg Filmtabletten, 50 und 100 Stücksertralinbiomo pharma01055055
01055061
01055084
01055090
03.03.2025
ChargenrückrufTacrolimus Heumann retard 0,5 mg Hartkapseln, retardiert, 100 Stück, Tacrolimus Heumann retard 1 mg Hartkapseln, retardiert, 100TacrolimusHeumann Pharma & Co. Generica KG18490766
18490795
18490832
03.03.2025
ChargenrückrufFentanyl Puren 50 Mikrogramm / h transdermales Pflaster, 10 Stück, Fentanyl Puren 75 Mikrogramm / h transdermales Pflaster, 20 StückFentanylPuren Pharma14165288
14165348
03.03.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Aquipta®Atogepant Abbvie01.03.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Nemluvio®NemolizumabGalderma01.03.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Nulibry®FosdenopterinTMC Pharma01.03.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Seladelpar Gilead ®SeladelparGilead ®01.03.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Andembry®GaradacimabCSL Behring01.03.2025
Zeige Ergebnisse 431-440 von 613.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenAMK: Ergänzende Hinweise zu Fälschungen des Arzneimittels Xeplion 150 mg Depot-Injektionssuspension01.08.2017
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Stufenplanbescheid: erneute Anordnung des Ruhens von Zulassungen wegen unzuverlässiger Daten aus Studien der Firma Micro Therapeutic Research Labs25.07.2017
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Fälschungen des Arzneimittels Xeplion 150 mg Depot-Injektions­suspension auf den deutschen Markt gelangt25.07.2017
Information der Institutionen und BehördenOmnitrope (Somatropin) 15 mg/1,5 ml Injektionslösung: Fälschung in deutscher Aufmachung18.07.2017
Information der Institutionen und BehördenListe ausgewählter AMK-Nachrichten zu Arzneimittelrisiken im 1. Halbjahr 2017 (PZ 1 bis 26)18.07.2017
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: Kontinuierliche Online-Stellung von Nachrichten auf der AMK-Website seit dem 1. Juli 201711.07.2017
Information der Institutionen und BehördenPRAC/EMA: Ablagerungen Gadolinium-haltiger Kontrastmittel im Gehirn: PRAC bestätigt Empfehlung vom März11.07.2017
Information der Institutionen und Behörden PRAC/EMA: Risiko schwerer Leberschädigungen: Vorläufige Anwendungs­beschränkung für Zinbryta (▼, Daclizumab) empfohlen11.07.2017
Information der Institutionen und BehördenAMK: Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht04.07.2017
Information der Institutionen und BehördenCHMP/EMA: Symbioflor 2 bei Erwachsenen mit Reizdarmsyndrom weiterhin einsetzbar27.06.2017

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten: Risiko der Verwechslung des Trockenmittels mit Wirkstoff-haltigen Tabletten

Produkt:
Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten
Datum:
18.08.2026

AMK / Der AMK liegen seit April 2024 insgesamt sechs Meldungen zu (potenziellen) Anwendungsfehlern bei Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten vor. Die Apotheken meldeten eine (potenzielle) Verwechslung des feuchtigkeitsabsorbierenden Mittels in Tablettenform mit den Wirkstoff-haltigen Tabletten. In mindestens zwei Fällen wurde das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel eingenommen; gesundheitliche Folgen wurden bislang nicht berichtet.

Everolimus ist ein selektiver mTOR-(mammalian Target of Rapamycin)-Inhibitor und wird unter anderem zur Behandlung des Hormonrezeptor-positiven fortgeschrittenen Mammakarzinoms, neuroendokriner Tumoren pankreatischen Ursprungs, neuroendokriner Tumoren des Gastrointestinaltrakts oder der Lunge sowie des Nierenzellkarzinoms eingesetzt.

In dem betroffenen Präparat sind die Blisternäpfe für die cremefarbenen, Wirkstoff-haltigen Tabletten über einen Kanal mit einer inkorporierten roten, feuchtigkeitsabsorbierenden „Tablette“ mit der Aufschrift „DO NOT EAT“ verbunden. Das absorbierende Mittel dient dem Schutz vor Feuchtigkeit und darf nicht geschluckt werden. Zusätzlich ist auf jedem Blisterstreifen an entsprechender Stelle der Hinweis „DESICCANT, DO NOT EAT“ in roter Schrift aufgedruckt (siehe Abbildungen) (1).

Die Anwendungsfehler wurden teilweise erst durch konkrete Rückfragen der Patienten beziehungsweise des Klinikpersonals erkannt. In einem Fall beklagte ein Patient Schwierigkeiten bei der Entnahme der Dosis aus dem Blister. Bei Demonstration der Entnahme stellte die Apotheke fest, dass der Patient über mehrere Tage neben den Wirkstoff-haltigen Tabletten auch das separat eingearbeitete Adsorbens eingenommen hatte. In einem weiteren Fall wurde eine Stationsapothekerin im Rahmen der Stationsarbeit auf das unterschiedliche Aussehen der Tabletten angesprochen. Erst dadurch fiel auf, dass auch das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel verabreicht worden war. In einem weiteren Fall entnahm ein Patient mit einer Schere auch die Tabletten aus der rot beschrifteten Kammer. Tatsächlich enthält die Blisterpackung ein Piktogramm einer Schere, das missverständlich interpretiert werden könnte, den Blister entlang der Perforation bis zur Kammer mit der feuchtigkeitsabsorbierenden Tablette aufzuschneiden, obwohl sich in der Gebrauchsinformation keine Hinweise zur Entnahme mittels Schere finden.

Insgesamt beanstandet wurden insbesondere die kleine Schriftgröße auf dem Blister, die ausschließlich englischsprachige Kennzeichnung des Trocknungsmittels sowie die fehlende prominente Platzierung entsprechender Hinweise in der Gebrauchsinformation. Nach den vorliegenden Meldungen wurde der Warnhinweis („DESICCANT, DO NOT EAT“) sowohl von Patienten als auch von Krankenhauspersonal nicht erkannt oder nicht verstanden.

In der Zusammenschau der Ereignisse erkennt die AMK das Risiko für eine konkrete Verwechslung des Trockenmittels mit den Wirkstoff-haltigen Tabletten (Anwendungsfehler) aufgrund mehrerer fehlerbegünstigender Faktoren:

  • Das Trocknungsmittel ist tablettenförmig gestaltet und im Blister integriert.
  • Notwendige deutschsprachige (Warn-)Hinweise in der Gebrauchsinformation und auf dem Blister sind nicht ausreichend prägnant gestaltet.
  • Das Piktogramm einer Schere kann dazu verleiten, den Blister unsachgemäß zu öffnen.

Die Firma bewertet gegenüber der AMK die gemeldeten Fälle als Einzelfälle mit geringem gesundheitlichem Risiko. Weitere ähnliche Meldungen sollen zunächst beobachtet werden (2). Die AMK kritisiert diese Einschätzung und erkennt aufgrund des beschriebenen Anwendungsfehlers mindestens das Risiko für potenziell ausbleibende Einnahmeintervalle im Rahmen einer Krebsbehandlung. Das BfArM teilt auf Anfrage ebenfalls mit, dass insbesondere für vulnerable Patientengruppen eine mögliche Gefährdung gesehen wird. Risikominimierungsmaßnahmen seitens des BfArM werden derzeit geprüft (3). Die AMK steht mit den beteiligten Stellen in engem Kontakt, um eine effiziente Risikoabwehr zu gewährleisten.

Bis zu deren Umsetzung bittet die AMK Apothekerinnen und Apotheker darum, Patienten beziehungsweise Klinikpersonal angemessen auf das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel und dessen Positionierung im Blister hinzuweisen.

Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Everolimus-haltigen Arzneimitteln, einschließlich (potenzieller) Anwendungsfehler, sind bitte vorzugsweise unter Verwendung des UAW-Formulars unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

 

Quellen
1.) Biocon Pharma Malta I Limited; Gebrauchsinformation Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten, Stand August 2025.
2.) Biocon Pharma Malta I Limited an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] BMPIL/MC/002/26. (27. Februar 2026)
3.) AMK an BfArM (E-Mail-Korrespondenz); Medikationsfehler bei EVEROLIMUS Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten - Bitte um Einschätzung. (20. Mai 2026)