In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufUnasyn PD oralSultamicilinEurimPharm Arzneimittel08400650
08400667
09.04.2025
HerstellerinformationMimpara®CinacalcetAmgen07.04.2025
ChargenrückrufBaldriantinktur Caelo HV-PackungCaesar & Loretz02096470
03023875
07.04.2025
ChargenrückrufSertralin-neuraxpharm 150 und 200 mg FilmtablettenSertralinneuraxpharm Arzneimittel16624168
16624180
16624197
16624211
16624228
16624234
07.04.2025
ChargenrückrufLophakomp® - Procain 5 ml, 20 mg / ml InjektionslösungKöhler Pharma00178057
06057946
04.04.2025
ChargenrückrufREQUIP 0,25 mg FilmtablettenRopinirolGlaxoSmithKline0770850603.04.2025
ChargenrückrufFentanyl Hennig® 12 Mikrogramm / Stunde transdermales PflasterFentanyl Hennig Arzneimittel09425876
09425899
03.04.2025
Rückrufe allgemeinSanhelios Silymarine Leberschutz-KapselnRoha Arzneimittel0057336803.04.2025
Rückrufe allgemeinMaprotilin-neuraxpharm 25 mg, 50 mg und 75 mg FilmtablettenMaprotilinneuraxpharm Arzneimittel03831440
03831463
03727984
03728015
03728021
01.04.2025
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Beyonttra®AcoramidisBayer01.04.2025
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KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenAMK: Beurteilung von Rezepturarzneimitteln mit ungenügend untersuchten Stoffen am Beispiel von 3-Brompyruvat30.01.2018
Information der Institutionen und BehördenEinführung einer Patienten-Erinnerungskarte für Pamidronsäure-haltige Arzneimittel zur Infusion24.01.2018
Information der Institutionen und BehördenListe ausgewählter AMK-Nachrichten zu Arzneimittelrisiken im 2. Halbjahr 2017 (PZ 27 bis 51/52)24.01.2018
Information der Institutionen und BehördenPRAC/EMA: Ruhen der Zulassung von Hydroxyethylstärke-haltigen Arzneimitteln empfohlen16.01.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Orale und rektale Darreichungsformen Dimenhydrinat- und Diphenhydramin-haltiger Antiemetika für Kinder bis drei Jahren: Abschluss des Stufenplanverfahrens, Stufe II09.01.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Erneuter Nachtrag zu Fälschungen des Arzneimittels Velcade 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung09.01.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Nachtrag zu Fälschungen des Arzneimittels Epclusa® 400 mg/100 mg Filmtabletten09.01.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Erneuter Nachtrag zu Fälschungen des Arzneimittels Velcade 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung12.12.2017
Information der Institutionen und BehördenAMK: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen – melden leicht gemacht!05.12.2017
Information der Institutionen und BehördenEMA: Schwere Leberschäden unter Esmya® (Ulipristalacetat) – Risikobewertungsverfahren gestartet05.12.2017

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Dolo-Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain) 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten: vereinzelt weiße Verfärbungen aufgrund Rekristallisation von Isomalt an der Oberfläche

Produkt:
Dolo-Dobendan
Wirkstoff:
Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain
Datum:
24.02.2026

AMK / Im Zeitraum Januar 2024 bis heute erhielt die AMK insgesamt 19 Spontanmeldungen aus Apotheken zu mehreren Chargen von Dolo-Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain) 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten, in denen vereinzelt Lutschtabletten beanstandet wurden, die eine deutliche Weißverfärbung mit Volumenzunahme zeigten. Die Oberfläche erscheint matt, rau und spröde und teils mit Rissbildung (siehe Abbildung).

Das Mund- und Rachentherapeutikum ist zur temporären unterstützenden Behandlung schmerzhafter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut zugelassen.

Nach Angaben der Firma handelt es sich bei den weißlichen Veränderungen um eine Rekristallisation von Isomalt an der Oberfläche der Lutschtabletten. Die vermehrt beobachtete Weißverfärbung trat nach Einführung der zuckerfreien Rezeptur im Juli 2023 auf. Im Zuge der Umstellung wurden Glukose und Sucrose durch Isomalt ersetzt; zusätzlich wurde die Beschichtung der PVC-Blisterfolie verstärkt, während die Aluminiumfolie unverändert blieb. Die Firma überprüft aktuell den gesamten Prozess der Rezepturentwicklung, Herstellung und Verpackung. Laut Firma ergab die Inspektion aller Rückstellmuster der gemeldeten Chargen keinen Befund einer Weißverfärbung (1).

Der AMK liegen ausschließlich Fälle vor, in denen das Arzneimittel bereits an Patienten abgegeben worden war. Als Ursache wird seitens der Firma gegenüber der AMK ein Feuchtigkeitseintrag infolge beschädigter Blisterzellen, etwa durch Mikrorisse in der Aluminiumfolie, vermutet. Diese können durch unsachgemäße Handhabung oder Lagerung entstehen, beispielsweise durch das Zuschneiden von Blisterpackungen oder deren Aufbewahrung außerhalb des Umkartons (unter feuchten Bedingungen).

Die beobachtete Weißverfärbung wird von der Firma als unbedenklich bewertet. Der AMK liegen Meldungen vor, in denen Patienten teilweise verfärbte Tabletten angewendet hatten. In einem Fall wurde ein abweichender Geschmack beschrieben. Unerwünschte Wirkungen wurden bislang nicht berichtet.

Laut aktueller Gebrauchsinformation ist das Arzneimittel nicht über 25 °C aufzubewahren. Darüber hinaus finden sich jedoch keine expliziten Hinweise darauf, dass Blisterpackungen unversehrt und in der Umverpackung zu lagern sind (2). Die beschriebene Weißverfärbung ist ebenfalls nicht erwähnt.

Vor diesem Hintergrund regt die AMK an, entsprechende Angaben in die Gebrauchsinformation aufzunehmen beziehungsweise Anpassungen der Blisterfolie (zum Beispiel Alu/Alu-Blister) zu prüfen, um eine bessere Feuchtigkeitsbarriere zu erreichen.

Blisterpackungen von Dolo-Dobendan Lutschtabletten könnten möglicherweise gezielt zugeschnitten worden sein, um eine bedarfsgerechte Menge abzuteilen. Die AMK bittet deshalb Apothekerinnen und Apotheker, bei Reklamationen von Patienten wegen farblich veränderter Lutschtabletten, die scheinbar intakten Blisterzellen auf mögliche Beschädigungen hin zu prüfen und dies in der AMK-Meldung zu dokumentieren. Patienten sollten zudem darauf hingewiesen werden, Blister nicht körpernah oder unter Einwirkung von Wärme, Feuchtigkeit oder mechanischer Belastung aufzubewahren.

Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit Dolo-Dobendan Lutschtabletten sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen
1.) Reckitt Benckiser Deutschland GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); DOLO-DOBENDAN 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten - Weißungseffekt […]. (9. Februar 2026)
2.) Reckitt Benckiser Deutschland GmbH; Gebrauchsinformation Dolo-Dobendan 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten, Stand September 2022.