In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufEntocort® rektalBudesonidTillotts Pharma1155632122.05.2025
ChargenrückrufLevodopa / Benserazid-neuraxpharm® 50 mg / 12,5 mg TablettenLevodopa / Benserazidneuraxpharm Arzneimittel09467596
09467627
09467656
21.05.2025
HerstellerinformationToxogonin®Obidoximchlorid20.05.2025
ChargenrückrufIpratropiumbromid 250 µg / ml Stulln, Lösung für einen Vernebler, 50x1 ml und 50x2 mlIpratropiumbromidPenta Arzneimittel11509824
11509830
20.05.2025
ChargenrückrufArilin® 250 mg Filmtabletten, 12 Stück, Arilin® 500 mg Filmtabletten, 10 und 20 StückMetronidazolDr. August Wolff Arzneimittel02182637
02724311
02587877
20.05.2025
ChargenrückrufBepanthol Feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme LSF 25, 50 ml, Bepanthol Lipstick, 4,5 g, Bepanthol Lipstick, ohne Faltschachtel,Bayer Vital16529820
02605026
10392596
20.05.2025
ChargenrückrufJodid 100 Mikrogramm TablettenJodidMerck Healthcare Germany0254500520.05.2025
ChargenrückrufACC® akut 600 mg Hustenlöser, BrausetablettenAcetylcysteinHexal0001080819.05.2025
ChargenrückrufDuloxetin neuraxpharm 120 mg magensaftresistente Hartkapseln, 28 und 98 StückDuloxetinneuraxpharm Arzneimittel16901656
16901662
16.05.2025
Herstellerinformation1 A Pharma13.05.2025
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KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Abschlussbericht zum Fälschungsfall CellCept® (Mycophenolatmofetil)22.06.2018
Information der Institutionen und BehördenBedenkliche Rezepturarzneimittel Stand Mai 201831.05.2018
Information der Institutionen und BehördenAspirin i.v. 500 mg - Lieferabriss ab Mitte Mai erwartet15.05.2018
Information der Institutionen und BehördenAntiarrhythmikum Cordichin® wird in Deutschland nicht länger vertrieben 08.05.2018
Information der Institutionen und BehördenFlurbiprofen-haltige Rachentherapeutika – Risiko für Hypersensitivitätsreaktionen beachten08.05.2018
Information der Institutionen und Behörden18/18 Informationen der Institutionen und Behörden: In eigener Sache: Weiterleitung der UAW-Verdachtsfälle nur noch an BfArM und PEI03.05.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Nachtrag zu CellCept®-Fälschungen (Mycophenolatmofetil) 500 mg Filmtabletten18.04.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Neue Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei gleichzeitiger Gabe von Opioid- und Benzodiazepin-haltigen bzw. Benzodiazepin-ähnlichen (z.B. Z-Substanzen) Arzneimitteln17.04.2018
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: Bitte beachten – Vorkommnisse bei Medizinprodukten ausschließlich dem BfArM berichten16.04.2018
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Nachtrag zu CellCept-Fälschungen (Mycophenolatmofetil), 500 mg Filmtabletten27.03.2018

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten: Risiko der Verwechslung des Trockenmittels mit Wirkstoff-haltigen Tabletten

Produkt:
Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten
Datum:
18.08.2026

AMK / Der AMK liegen seit April 2024 insgesamt sechs Meldungen zu (potenziellen) Anwendungsfehlern bei Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten vor. Die Apotheken meldeten eine (potenzielle) Verwechslung des feuchtigkeitsabsorbierenden Mittels in Tablettenform mit den Wirkstoff-haltigen Tabletten. In mindestens zwei Fällen wurde das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel eingenommen; gesundheitliche Folgen wurden bislang nicht berichtet.

Everolimus ist ein selektiver mTOR-(mammalian Target of Rapamycin)-Inhibitor und wird unter anderem zur Behandlung des Hormonrezeptor-positiven fortgeschrittenen Mammakarzinoms, neuroendokriner Tumoren pankreatischen Ursprungs, neuroendokriner Tumoren des Gastrointestinaltrakts oder der Lunge sowie des Nierenzellkarzinoms eingesetzt.

In dem betroffenen Präparat sind die Blisternäpfe für die cremefarbenen, Wirkstoff-haltigen Tabletten über einen Kanal mit einer inkorporierten roten, feuchtigkeitsabsorbierenden „Tablette“ mit der Aufschrift „DO NOT EAT“ verbunden. Das absorbierende Mittel dient dem Schutz vor Feuchtigkeit und darf nicht geschluckt werden. Zusätzlich ist auf jedem Blisterstreifen an entsprechender Stelle der Hinweis „DESICCANT, DO NOT EAT“ in roter Schrift aufgedruckt (siehe Abbildungen) (1).

Die Anwendungsfehler wurden teilweise erst durch konkrete Rückfragen der Patienten beziehungsweise des Klinikpersonals erkannt. In einem Fall beklagte ein Patient Schwierigkeiten bei der Entnahme der Dosis aus dem Blister. Bei Demonstration der Entnahme stellte die Apotheke fest, dass der Patient über mehrere Tage neben den Wirkstoff-haltigen Tabletten auch das separat eingearbeitete Adsorbens eingenommen hatte. In einem weiteren Fall wurde eine Stationsapothekerin im Rahmen der Stationsarbeit auf das unterschiedliche Aussehen der Tabletten angesprochen. Erst dadurch fiel auf, dass auch das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel verabreicht worden war. In einem weiteren Fall entnahm ein Patient mit einer Schere auch die Tabletten aus der rot beschrifteten Kammer. Tatsächlich enthält die Blisterpackung ein Piktogramm einer Schere, das missverständlich interpretiert werden könnte, den Blister entlang der Perforation bis zur Kammer mit der feuchtigkeitsabsorbierenden Tablette aufzuschneiden, obwohl sich in der Gebrauchsinformation keine Hinweise zur Entnahme mittels Schere finden.

Insgesamt beanstandet wurden insbesondere die kleine Schriftgröße auf dem Blister, die ausschließlich englischsprachige Kennzeichnung des Trocknungsmittels sowie die fehlende prominente Platzierung entsprechender Hinweise in der Gebrauchsinformation. Nach den vorliegenden Meldungen wurde der Warnhinweis („DESICCANT, DO NOT EAT“) sowohl von Patienten als auch von Krankenhauspersonal nicht erkannt oder nicht verstanden.

In der Zusammenschau der Ereignisse erkennt die AMK das Risiko für eine konkrete Verwechslung des Trockenmittels mit den Wirkstoff-haltigen Tabletten (Anwendungsfehler) aufgrund mehrerer fehlerbegünstigender Faktoren:

  • Das Trocknungsmittel ist tablettenförmig gestaltet und im Blister integriert.
  • Notwendige deutschsprachige (Warn-)Hinweise in der Gebrauchsinformation und auf dem Blister sind nicht ausreichend prägnant gestaltet.
  • Das Piktogramm einer Schere kann dazu verleiten, den Blister unsachgemäß zu öffnen.

Die Firma bewertet gegenüber der AMK die gemeldeten Fälle als Einzelfälle mit geringem gesundheitlichem Risiko. Weitere ähnliche Meldungen sollen zunächst beobachtet werden (2). Die AMK kritisiert diese Einschätzung und erkennt aufgrund des beschriebenen Anwendungsfehlers mindestens das Risiko für potenziell ausbleibende Einnahmeintervalle im Rahmen einer Krebsbehandlung. Das BfArM teilt auf Anfrage ebenfalls mit, dass insbesondere für vulnerable Patientengruppen eine mögliche Gefährdung gesehen wird. Risikominimierungsmaßnahmen seitens des BfArM werden derzeit geprüft (3). Die AMK steht mit den beteiligten Stellen in engem Kontakt, um eine effiziente Risikoabwehr zu gewährleisten.

Bis zu deren Umsetzung bittet die AMK Apothekerinnen und Apotheker darum, Patienten beziehungsweise Klinikpersonal angemessen auf das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel und dessen Positionierung im Blister hinzuweisen.

Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Everolimus-haltigen Arzneimitteln, einschließlich (potenzieller) Anwendungsfehler, sind bitte vorzugsweise unter Verwendung des UAW-Formulars unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

 

Quellen
1.) Biocon Pharma Malta I Limited; Gebrauchsinformation Everolimus Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten, Stand August 2025.
2.) Biocon Pharma Malta I Limited an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] BMPIL/MC/002/26. (27. Februar 2026)
3.) AMK an BfArM (E-Mail-Korrespondenz); Medikationsfehler bei EVEROLIMUS Biocon 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tabletten - Bitte um Einschätzung. (20. Mai 2026)