AMK / Die Firma Gedeon Richter Pharma GmbH informiert in Abstimmung
mit der EMA und dem BfArM über verminderte Levonorgestrel-Plasmaspiegel
bei der Anwendung des Notfallkontrazeptivums Postinor® (Inhaltsstoff
Levonorgestrel (LNG)) und CYP-Induktoren. Dieser Sachverhalt trifft
selbstverständlich auch auf die anderen LNG-haltigen
Notfallkontrazeptiva zu.
Wenn bis zu vier Wochen vor der Anwendung eines
Levonorgestrel-haltigen Notfallkontrazeptivums ein CYP3A4-induzierender
Wirkstoff eingenommen wurde, kann dies zur Folge haben, dass das
Notfallkontrazeptivum in der üblichen Dosierung von 1x1,5 mg nicht
zuverlässig wirkt.
Bei (vorangegangener) Einnahme CYP3A4-induzierender Arzneimittel
sollte daher eine Kupferspirale eingelegt werden. Diese kann noch bis zu
5 Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt werden.
Falls dies nicht möglich ist, sollte die Dosis des
LNG-Notfallkontrazeptivums verdoppelt werden (1x3 mg LNG).
Ulipristalacetat ist keine Alternative, da dessen Wirksamkeit durch
CYP3A4-induzierende Arzneimittel noch viel stärker abgeschwächt
wird. Die Anwendung einiger enzyminduzierender Arzneimittel während der
Schwangerschaft wurde zudem mit Geburtsfehlern in Verbindung gebracht.
Es ist daher wichtig, dass bei Anwenderinnen dieser Arzneimittel nach
der Einnahme von Notfallkontrazeptiva eine Schwangerschaft
ausgeschlossen wird und dass diese hinsichtlich zuverlässiger,
regelmäßig anzuwendender kontrazeptiver Methoden beraten werden.
Einige
Beispiele für CYP3A4-induzierende Wirkstoffe sind Carbamazepin,
Primidon, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Ritonavir, Efavirenz,
Johanniskraut und Griseofulvin.
Bitte melden Sie UAW-Verdachtsfälle im Zusammenhang mit allen Notfallkontrazeptiva der AMK (www.arzneimittelkommission.de). /
Quellen
- Gedeon Richter Pharma GmbH; Informationsbrief zu hormonalen Notfallkontrazeptiva (unter anderem Postinor®): Neue Empfehlung für Anwenderinnen von CYP3A4-induzierenden Arzneimitteln www.bfarm.de -->
Arzneimittel --> Pharmakovigilanz ---> Risikoinformationen -->
Rote-Hand-Briefe und Informationsbriefe (26. September 2016)