den kardialen Nebenwirkungen nach Einnahme von Loperamid in höheren
als den empfohlenen Dosierungen, einschließlich durch Missbrauch und
Fehlgebrauch. Von 1976 bis 2015 gingen bei der FDA insgesamt 48 Berichte
über schwere kardiale Ereignisse ein (1), wobei über die Hälfte der
Fälle nach 2010 berichtet wurden.
Im Zusammenhang mit dem hochdosierten Missbrauch von Loperamid,
beispielsweise um Opiatentzugssymptome zu beeinflussen oder
euphorisierende Wirkungen zu erzielen (2), traten Synkopen,
QT-Zeitverlängerungen, Torsade de Pointes und andere lebensbedrohliche
Arrhythmien, teilweise mit Todesfolge, auf. Das Risiko könnte nach
FDA-Angaben auch erhöht sein, wenn hohe Dosen Loperamid und
interagierende Arzneimittel (über das CYP-System oder P-Glycoprotein)
gleichzeitig eingenommen werden, wie beispielsweise Cimetidin,
Clarithromycin, Erythromycin, Gemfibrozil, Itraconazol, Ketoconazol,
Chinidin und Chinin, Ranitidin und Ritonavir.
Der AMK lagen im Zeitraum 2013 bis 2015 insgesamt vier Verdachtsfälle
aus Apotheken zur missbräuchlichen Anwendung von Loperamid vor, die an
die zuständige Bundesoberbehörde weitergeleitet wurden. Die Dunkelziffer
von Missbrauchsfällen dürfte jedoch deutlich höher sein.
Die AMK
empfiehlt Apotheken, Patienten auf die bestimmungsgemäße Anwendung und
Dosierung von Loperamid bei Durchfall hinzuweisen, um Risiken durch
(un)beabsichtigte Überdosierungen zu vermeiden. Bitten melden Sie
Verdachtsfälle von Missbrauch und unerwünschten Wirkungen im
Zusammenhang mit Loperamid-haltigen Arzneimitteln
(www.arzneimittelkommission.de). /
Quellen
- FDA;
Drug Safety Communication: FDA warns about serious heart problems with
high doses of the antidiarrheal medicine loperamide (Imodium), including
from abuse and misuse. www.fda.gov →Drugs→Drug Safety and Availability →Drug Safety Communications. (7. Juni 2016)
- AMK; Der vermutete Loperamid-Missbrauch in der Fachpresse. Pharm. Ztg. 2007, (152) 14:6