Myofortic® (Mycophenolat-Natrium) ist in Kombination
mit Ciclosporin und Kortikosteroiden zugelassen zur Prophylaxe der akuten
Transplantatabstoßung nach allogener Nierentransplantation bei erwachsenen
Patienten. Der aktive Metabolit Mycophenolsäure wirkt beim Menschen stark
teratogen und erhöht bei Exposition in der Schwangerschaft das Risiko für
Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen.
Analog zu CellCept® (Wirkstoff Mycophenolatmofetil,
siehe Drug Safety Mail 2015-33), bei welchem
ebenfalls Mycophenolsäure als aktiver Metabolit freigesetzt wird, informiert
der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief über neue, stark verschärfte
Warnhinweise zur Teratogenität von Mycophenolat-Natrium:
- Mycophenolat-Natrium soll in der Schwangerschaft nicht
angewendet werden, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur
Verhinderung einer Transplantatabstoßung zur Verfügung steht.
- Mycophenolat-Natrium soll bei Frauen im gebärfähigen
Alter, die keine hochwirksame Verhütungsmethode verwenden, nicht
angewendet werden.
- Um eine unbeabsichtigte Anwendung während der
Schwangerschaft auszuschließen, soll eine Behandlung mit
Mycophenolat-Natrium bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Vorlage eines
Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden.
- Mycophenolat-Natrium sollte von stillenden Müttern
nicht angewendet werden.
- Ärzte sollen sicherstellen, dass Frauen und Männer, die
Mycophenolat-Natrium anwenden, die Risiken einer Schädigung des Babys, die
Notwendigkeit einer wirksamen Verhütung und die Notwendigkeit der
sofortigen Benachrichtigung ihres Arztes im Fall einer möglichen
Schwangerschaft verstehen.
Für weitere Hinweise zu Schwangerschaftstests und zur Verhütung
bei Frauen und Männern sowie zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen siehe
Rote-Hand-Brief. Schulungsmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Die
Fachinformation wird aktualisiert.
▶ Rote-Hand-Brief zu Myofortic® (Mycophenolat-Natrium)
vom Februar 2016