AMK / Transdermale therapeutische Systeme (TTS) mit Opioiden wie
Fentanyl oder Buprenorphin erfordern besondere Aufmerksamkeit, da ihre
unsachgemäße Anwendung lebensgefährliche Überdosierungen hervorrufen
kann. Die AMK hat an dieser Stelle schon auf bekannte Risiken des
Teilens von Pflastern (PZ 42/2007, Seite 121), der Wärmeeinwirkung (PZ
30/2010, Seite 102) und der inadäquaten Entsorgung (PZ 34/2013,
Seite 89) aufmerksam gemacht.
Vor der Anwendung von TTS ist die Haut nur mit reichlich sauberem
Wasser zu reinigen und dann zu trocknen. Seifen, Öle, Kosmetika,
Alkohol oder andere Mittel, die die Haut reizen oder verändern, erhöhen
möglicherweise die transkutane Absorption von Fentanyl beziehungsweise
Buprenorphin. Nach dem Aufkleben und Abziehen des TTS sind die Hände
ebenfalls nur mit Wasser zu waschen. Auch Klebereste auf der
Applikationsstelle nach dem Entfernen des Pflasters sollten möglichst
nur mit Wasser entfernt werden. Duschen, Baden und Schwimmen mit
aufgeklebtem Pflaster sind aber möglich, da diese wasserfest sind. Das
Einseifen der Applikationsstelle und das Auftragen von Kosmetika sind
aber zu vermeiden (1). Die AMK empfiehlt, auf diese Sicherheitsaspekte
bei der Abgabe und Beratung in der Apotheke hinzuweisen.
Jeder Patient soll zudem über Zeichen der Opioid-Überdosierung
wie langsame oder flache Atmung, niedriger Puls, Schläfrigkeit,
Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Kältegefühl und Verwirrtheit
sowie Schwäche- und Schwindelgefühl informiert sein und das Pflaster in
diesen Fällen entfernen. Es gilt jedoch zu beachten, dass sich in den
Hautschichten unter dem Pflaster ein Wirkstoffdepot bildet, aus dem auch
nach Abziehen des Pflasters das Opioid noch mehrere Stunden
freigesetzt wird. Patienten mit unerwünschten Wirkungen sollen deshalb
umgehend einen Arzt aufsuchen und etwa 24 Stunden nach Entfernung des
Pflasters ärztlich überwacht werden. /
Quellen
- Wissenschaftliche
Zentralstelle des Schweizer Apothekervereins (WIZE); Warum müssen
Hautreinigungsmittel bei der Applikation von Fentanyl-Pflastern gemieden
werden? pharmaJournal 1/2016, Seite 15