AMK / Das am 4. April 2014 gestartete europäische
Risikobewertungsverfahren zu schweren allergischen Reaktionen und
schweren unerwünschten Hautreaktionen unter Ambroxol und Bromhexin ist
abgeschlossen. Der PRAC hatte das bereits bekannte Risiko für
allergische
Reaktionen unter Bromhexin und dessen Metaboliten
Ambroxol bestätigt und war zu dem Schluss gekommen, dass mit diesen
beiden Wirkstoffen zudem ein geringes Risiko für schwere unerwünschte
Hautreaktionen (severe cutaneous adverse reactions; SCARs) verbunden
ist. Dazu zählen unter anderem Erythema multiforme, das
Stevens-Johnson-Syndrom und Toxische Epidermale Nekrolyse (TEN) (1).
Da alle betroffenen Fertigarzneimittel nicht zentral in der EU,
sondern national zugelassen sind, waren die Empfehlungen des PRAC
zunächst an die Koordinierungsgruppe für Verfahren der gegenseitigen
Anerkennung und Dezentrale Verfahren (CMDh) weitergeleitet worden.
Auf
der Basis der Empfehlungen des PRAC hat nun die EU-Kommission einen
Beschluss über die Anpassung der Fach- und Gebrauchsinformationen von
Ambroxol- und Bromhexin-haltigen Arzneimitteln veröffentlicht. Der
Kommissionsbeschluss sieht die Aufnahme von zusätzlichen Warnhinweisen
und Vorsichtsmaßnahmen sowie die Aktualisierung der Angaben zu den
genannten Nebenwirkungen (Haut, Immunsystem) vor und ist in allen
EU-Mitgliedsstaaten umzusetzen. Die neuen Texte der Produktinformationen
sind auf der Website der EU-Kommission veröffentlicht (2). /
Quellen
- EMA;
Ambroxol and bromhexine expectorants: safety information to be updated.
www.ema.europe.eu -> find medicine -> human medicine ->
referrals -> ambroxol and bromhexine-containing medicines
(25. Februar 2015)
- EU-Kommission; Referral EMEA/H/A/-31/1397 decision (2016) 226 of 14/01/2016. http://ec.europa.eu/health/documents/community-register/html/ho25563.htm#EndOfPage (15. Januar 2016)