AMK / Die Firmen Angelini Pharma S.p.A und der örtliche Vertreter,
Angelini Pharma Deutschland, informieren in Abstimmung mit der EMA und
dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief über das Risiko für einen schweren
Leberschaden und neue Empfehlungen zur Überwachung der Leberfunktion bei
Ontozry (▼, Cenobamat) (Film-)Tabletten.
Das Antikonvulsivum wird zur adjunktiven Behandlung fokaler Anfälle
mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei erwachsenen Patienten mit
Epilepsie angewendet, die trotz einer vorangegangenen Behandlung mit
mindestens zwei antiepileptischen Arzneimitteln nicht ausreichend
kontrolliert sind.
Unter der Behandlung mit Ontozry wurden Fälle von schweren
Leberschäden bis hin zum Leberversagen berichtet, häufig im Zusammenhang
mit einer antiepileptischen Polytherapie. Vor Therapiebeginn sollen
daher Leberfunktionstests (Serumtransaminasen ALT und AST,
Gamma-Glutamyltransferase (GGT), alkalische Phosphatase sowie
Gesamtbilirubin) durchgeführt und die Leberfunktion während der Therapie
fortlaufend überwacht werden.
Patienten sollten über mögliche Symptome einer Leberschädigung (zum
Beispiel Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch,
dunkler Urin, Gelbsucht) aufgeklärt werden und diese bei Auftreten
unverzüglich ärztlich abklären lassen. Bei Verdacht oder bestätigter
Leberschädigung ist eine Dosisreduktion oder das Absetzen von Ontozry in
Betracht zu ziehen.
Die Produktinformation wird entsprechend des Risikos aktualisiert. Weitere Informationen sind dem Rote-Hand-Brief zu entnehmen.
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, betroffene Patienten
angemessen zu informieren und Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im
Zusammenhang mit Cenobamat-haltigen Arzneimitteln unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM; Rote-Hand-Brief zu Ontozry (Cenobamat): Risiko für
schweren Leberschaden und neue Empfehlungen zur Überwachung der
Leberfunktion. www.bfarm.de → Arzneimittel → Pharmakovigilanz →
Risikoinformation (Zugriff am 12. Mai 2026)