AMK / Die Firma Viatris Healthcare GmbH informiert in Abstimmung mit
der EMA und der zuständigen Überwachungsbehörde über das Risiko von
braunen Verfärbungen und Blockierungen der Nadel bei Arixtra
(Fondaparinux) Injektionslösung, Fertigspritze (1).
Der indirekte Faktor-Xa-Inhibitor mit antithrombotischen
Eigenschaften wird zur Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse,
zur Behandlung von Venenthrombosen, akuter Lungenembolie und beim
akuten Myokardinfarkt eingesetzt.
Das genannte Fehlerbild ist auf das Vorhandensein oxidierter
Eisenpartikel in der Nadel zurückzuführen. Die Firma stuft den
Qualitätsmangel als sehr selten ein. Potenziell betroffen sind einzelne
Fertigspritzen aller im Markt befindlichen Chargen und Wirkstärken (1).
Die potenziellen Risiken bei der Verwendung einer verfärbten
vorgefüllten Spritze umfassen laut Firma eine mögliche mangelnde
Wirksamkeit infolge einer Blockierung der Nadel sowie das Auftreten
unerwünschter Ereignisse aufgrund von Überempfindlichkeitsreaktionen,
Komplikationen an der Injektionsstelle (einschließlich eines möglichen
Nadelbruchs), thromboembolische Ereignisse sowie systemische
Infektionen. Der AMK liegen bisher keine Meldungen aus Apotheken zum
Sachverhalt vor.
Die Fertigspritzen sind in einem Tray verpackt. Eine Sichtprüfung vor
der Abgabe ist nicht möglich, ohne den Originalitätsverschluss zu
beeinträchtigen (2). Patienten sollten daher über das Risiko verfärbter
bzw. blockierter Nadeln informiert werden. Bei Vorhandensein
entsprechender Partikel ist die Fertigspritze nicht zu verwenden.
Betroffene Ware kann bei der Firma reklamiert werden.
Weitere Informationen sind dem Rote-Hand-Brief
zu entnehmen. Hierin wird ergänzend zugesagt, dass Patienten betroffene
Ware in der Apotheke zurückgeben können, zwecks kostenfreier
Alternativversorgung. Die AMK weist vorsorglich darauf hin, dass auch
bei einem herstellerbedingten Qualitätsmangel die Abgabe einer weiteren
Packung an Patienten nur mit erneuter ärztlicher Verschreibung zulässig
ist (3).
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, Patienten angemessen zu
informieren und Risiken im Zusammenhang mit Fondaparinux-haltigen
Arzneimitteln unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
1) BfArM; www.bfarm.de → Arzneimittel → Pharmakovigilanz → Rote-Hand-Briefe und Informationsbriefe (Zugriff am 06.02.2026)
2) AMK an Viatris Healthcare GmbH (E-Mail-Korrespondenz): DHPC Arixtra vom 23.01.2026
3) AMK: Informationen: Bei Arzneimittelrückrufen kein Austausch ohne
ärztliche Verschreibung. AMK-Nachrichten Nr. 43/14, Pharmazeutische
Zeitung Nr. 43, 2014, S. 102.