AMK / Die Lilly Deutschland GmbH informiert mittels
Informationsschreiben über eine technische Anpassung des Mounjaro® (▼,
Tirzepatid) KwikPen®, wodurch nach der letzten (vierten) Dosis kein
sichtbares Restvolumen mehr im Pen verbleibt.
Tirzepatid ist ein lang wirkender GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist zur
Behandlung von Erwachsenen mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes
mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung, entweder als Monotherapie
oder in Kombination mit anderen Antidiabetika. Zudem ist Tirzepatid zur
Gewichtskontrolle in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Diät und
erhöhter körperlichen Aktivität zugelassen bei einem BMI ≥ 30 kg/m²
(Adipositas) oder ≥ 27 kg/m² (Übergewicht) bei mindestens einer
gewichtsbedingten Begleiterkrankung.
Im ursprünglichen KwikPen® verblieb durch produktseitige Überfüllung
mit Wirkstofflösung nach vier ordnungsgemäßen Entnahmen noch ein
sichtbares Restvolumen. Dies konnte bei Patienten den Eindruck erwecken,
dass nach vier Anwendungen eine weitere (Rest-)Dosis verfügbar sei, die
jedoch nicht appliziert werden kann. Infolgedessen waren Patienten
irritiert und versuchten teilweise die verbliebene Restmenge manipulativ
mittels separater Spritze zu entnehmen; die AMK berichtete hierzu
(Pharm. Ztg. 2025 Nr. 6, Seite 81–83). Seit Markteinführung gingen
hierzu bei der AMK 775 Meldungen aus Apotheken ein.
Die ersten modifizierten Pens werden laut Firma voraussichtlich ab
Januar 2026 ausgeliefert. Übergangsweise sollen sowohl der ursprüngliche
als auch der modifizierte KwikPen® parallel im Markt verfügbar sein.
Nähere Informationen, einschließlich einer graphischen Abbildung der technischen Anpassung des KwikPen®, können dem Informationsschreiben entnommen werden.
Die AMK möchte sich bei allen Apothekerinnen und Apothekern für ihr
andauerndes Meldeverhalten bedanken, wodurch firmenseitige Anpassungen
im Sinne des vorbeugenden Patientenschutzes umgesetzt wurden. Weiterhin
sollten Patienten angemessen zur sicheren Anwendung beraten werden, um
(potenziellen) Medikationsfehlern – insbesondere in der Umstellungsphase
– vorzubeugen. Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang
mit der Anwendung von Mounjaro® KwikPen®, sind bitte unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
Lilly Deutschland GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz);
Derzeitiger Entwurf der Kommunikation zum neuen Mounjaro® KwikPen®. (18.
Dezember 2025)