AMK / Die Firma Novartis Pharma GmbH informiert in Abstimmung mit dem
BfArM mittels Rote-Hand-Brief über die Einschränkung der Anwendung von
Tegretal® (Carbamazepin) Suspension bei Neugeborenen bis zu einem Alter
von vier Wochen (bzw. bei Frühgeborenen bis zu einem Alter von 44 Wochen
nach der letzten Menstruation der Mutter), da die Konzentration des
Hilfsstoffs Propylenglykol den empfohlenen Grenzwert überschreitet.
Die Suspension ist zur Behandlung verschiedener Erkrankungen
einschließlich Epilepsie (generalisierte tonisch-klonische und partielle
Anfälle) indiziert.
Die Konzentration von Propylenglykol,
einem in dieser Formulierung verwendeten Hilfsstoff, überschreitet den
für Neugeborene empfohlenen Grenzwert. Bei Neugeborenen akkumuliert
Propylen aufgrund der Unreife der metabolischen und renalen
Clearance-Wege. Dies kann zu schwerwiegenden unerwünschten
Nebenwirkungen wie metabolische Azidose, Nierenfunktionsstörungen (akute
tubuläre Nekrose), akutem Nierenversagen und Leberfunktionsstörungen
führen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn keine andere
Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung steht und der erwartete Nutzen die
Risiken überwiegt. In diesem Fall wird eine medizinische Überwachung,
einschließlich der Messung der osmotischen und/oder Anionenlücke,
empfohlen.
Die Produktinformationen werden entsprechend dem Risiko angepasst. Weitere Informationen können dem Rote-Hand-Brief entnommen werden.
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, belieferte Institutionen
angemessen zu informieren und Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit
der Anwendung von Tegretal® Suspension unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM; Rote-Hand-Brief zu Tegretal Suspension
(Carbamazepin): Einschränkung der Anwendung bei Neugeborenen, da die
Konzentration des Hilfsstoffs Propylenglykol den empfohlenen Grenzwert
überschreitet. www.bfarm.de → Arzneimittel → Pharmakovigilanz →
Risikoinformationen → Rote-Hand-Briefe (Zugriff am 5. Januar 2026)