AMK / Das BfArM informiert im „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“
(4/2024) zum Risiko von Anwendungsfehlern bei Deferasirox-haltigen
Filmtabletten (▼) mit Überdosierung und schweren Nebenwirkungen als
Folge.
Deferasirox ist ein oral wirksamer Chelator mit hoher
Selektivität für dreiwertiges Eisen und fördert dessen Ausscheidung
vorwiegend über die Fäzes. Angewendet wird es zur Behandlung der
chronischen Eisenüberladung.
Das BfArM berichtet zu einer
Überdosierung von Deferasirox bei einem Kind, welches im Ausland auf
Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
eingestellt war und deren Dosierung nach Umstellung auf
Deferasirox-Filmtabletten in Deutschland nicht korrekt angepasst wurde.
Die beiden oralen Darreichungsformen von Deferasirox haben
unterschiedliche Bioverfügbarkeiten: Filmtabletten weisen eine um etwa
36 Prozent höhere Bioverfügbarkeit auf als Tabletten zur Herstellung
einer Suspension zum Einnehmen. Daraus folgen andere
Dosierungsempfehlungen und Maximaldosierungen, die zudem
indikationsspezifisch sind.
Deferasirox ist in Deutschland seit
2022 nur noch als Filmtablette erhältlich. In anderen Märkten, wie
einigen EU-Staaten, der Türkei und den USA, sind weiterhin Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zugelassen. Beim Wechsel auf Filmtabletten
ist besonders auf eine korrekte Dosierungsanpassung zu achten,
insbesondere bei zuvor im Ausland eingestellten Patienten. Behördlich
genehmigtes Schulungsmaterial steht hierfür zur Verfügung.
Die
AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker darum, Risiken im Zusammenhang
mit der Anwendung Deferasirox-haltiger Arzneimittel unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM/PEI;
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (4/2024). www.bfarm.de → Aktuelles →
Publikationen → Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (Zugriff am 20.
Dezember 2024)