AMK / Das BfArM informiert über eine Therapieempfehlung der Deutschen
Gesellschaft für Infektiologie e. V. (DGI) im Fall einer
Nichtverfügbarkeit von oral anwendbaren Azithromycin-haltigen
Arzneimitteln.
Das Makrolid-Antibiotikum findet standardmäßig
breite Anwendung insbesondere zur Behandlung von respiratorischen
Infektionen, Infektionen des HNO-Traktes und bei sexuell übertragenen
Infektionen (STD). Azithromycin gilt besonders im Vergleich mit anderen
Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Roxithromycin, Erythromycin) als
ein Mittel erster Wahl aufgrund beispielsweise der längeren
Halbwertszeit mit der Möglichkeit einer Einmalgabe oder einer
kurzzeitigen Therapie sowie aufgrund des geringeren
Interaktionspotentials.
Aufgrund der Überlappung des
Erregerspektrums kommt Clarithromycin primär als Alternative in Frage,
das zweimal täglich und über einen längeren Zeitraum als Azithromycin
gegeben werden muss. Für eine STD-Behandlung kann Clarithromycin bei
Infektionen mit Ureoplasma urealyticum als Alternative dienen.
Bei allen anderen STDs, wie zum Beispiel Infektionen mit Chlamydien oder
mit Gonokokken, ist alternativ in erster Linie Doxycyclin vorgesehen.
Allerdings kann auch Doxycyclin von einem Engpass betroffen sein. Stehen
Azithromycin und Doxycyclin nicht zur Verfügung, sei der Einsatz von
Clarithromycin als Einzelfallentscheidung anzusehen. Bei nachgewiesener
Gonokokken-Infektion ist eine Monotherapie mit Ceftriaxon (einmalig i.m.
oder i.v.) ausreichend.
Zudem wird auf die geltenden Leitlinien
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften e. V. (AWMF) verwiesen. Weitere Informationen können
der Stellungnahme der DGI entnommen werden.
Die
AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, Verdachtsfälle von
Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit dem bestehenden Lieferengpass
von Azithromycin sowie beim Einsatz entsprechender therapeutischer
Alternativen unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM; Therapieempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie
e.V. bei Lieferengpässen von azithromycinhaltigen Arzneimitteln.
www.bfarm.de → Arzneimittel → Arzneimittelinformationen → Lieferengpässe
(Zugriff am 23. August 2024)