AMK / Die Firma Dr. Franz Köhler Chemie GmbH informiert mittels
Rote-Hand-Brief in Abstimmung mit dem BfArM und dem Hessischen Landesamt
für Gesundheit über das Risiko sichtbarer Partikel bei dem Arzneimittel
Atropinsulfat 100 mg Injektionslösung, 5x10 ml und 25x10 ml, Ampullen.
Der Muscarinrezeptor-Antagonist wird als Antidot bei Vergiftungen mit
direkten und indirekten Parasympathomimetika (z. B. Alkylphosphate,
Carbamate, Muskarin) angewendet.
Nun informiert die Firma zu
sichtbaren Partikeln, die im Rahmen von Stabilitätsuntersuchungen
gefunden wurden. Als Ursache der Partikelbildung wird eine Interaktion
der in Lösung enthaltenen Sulfat-Ionen mit Bestandteilen des
Ampullenglases vermutet. Weitere Untersuchungen und Maßnahmen zur
Behebung des Fehlers sind noch im Gange.
Unerwünschte
Arzneimittelwirkungen oder Hinweise auf eine Beeinträchtigung der
Wirksamkeit, die mit dem Auftreten sichtbarer Partikel in Zusammenhang
stehen könnten, seien der Firma noch nicht berichtet worden. Da ein
potenzielles Risiko für Patienten jedoch nicht ausgeschlossen werden
kann, muss daher bei der Applikation ein Spritzenvorsatzfilter mit der
Porengröße 0,2 µm bis 0,45 µm verwendet werden. Für die
Filtermaterialien Polyethersulfon (PES), regenerierte Cellulose (RC)
oder Nylon wurden durch die Firma keine Inkompatibilitäten festgestellt.
Ein vorheriges Benetzen des Filters sei nicht erforderlich. Weitere
Informationen können dem Rote-Hand-Brief entnommen werden.
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker Risiken im Zusammenhang mit
der Anwendung von Atropin-haltigen Arzneimitteln bevorzugt online unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM;
Rote-Hand-Brief zu Atropinsulfat 100 mg Injektionslösung: Risiko von
sichtbaren Partikeln in der Lösung, Verwendung eines Filters.
www.bfarm.de → Arzneimittel → Pharmakovigilanz → Risikoinformationen →
Rote-Hand-Briefe und Informationsbriefe (Zugriff am 4. April 2024)