AMK / Die Firma Schülke & Mayr GmbH informiert mittels
Informationsbrief über Maßnahmen zur Verringerung von Risiken bei der
Anwendung des neu zugelassenen Arzneimittels Octenident (Octenidin)
antiseptic 1 mg/ml, Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle.
Das
Arzneimittel wird bei Erwachsenen zur vorübergehenden Keimzahlreduktion
in der Mundhöhle, zur vorübergehenden Hemmung der Plaque-Bildung und bei
eingeschränkter Mundhygienefähigkeit angewendet.
Octenidin
wird bereits seit den 1990er Jahren in Kombination mit Phenoxyethanol in
einem Wund- und Schleimhautantiseptikum zur oberflächlichen Anwendung
eingesetzt. Wurden diese nicht bestimmungsgemäß oder ohne ausreichende
Abflussmöglichkeit angewendet, kam es in Einzelfällen zu schwerwiegenden
unerwünschten Wirkungen, wie persistierende ödematöse Schwellungen,
subkutane Gewebeschädigungen oder Gewebsnekrosen. Zumeist war eine
chirurgische Intervention notwendig. Über diesen Zusammenhang wurde in
der Vergangenheit mittels Rote-Hand-Briefe informiert; letztmalig 2011
(siehe Pharm. Ztg. 2011 Nr. 5, Seite 95).
Um das Risiko für
Fehlanwendungen von Octenident antiseptic zu minimieren, erinnert die
Firma nun daran, dass die Angaben in der Fach- und Gebrauchsinformation
über die korrekte Anwendung des Präparats stets zu berücksichtigen sind.
Das Arzneimittel ist ausschließlich zur oberflächlichen Anwendung
bestimmt und darf nicht zum Spülen von parodontalen Taschen,
Wurzelkanälen oder Wundhöhlen verwendet werden.
Bei häuslicher
Anwendung von Octenident antiseptic sollten Patienten angemessen zum
korrekten Gebrauch informiert werden und sich bei Auftreten von
Schwellungen und/oder Schmerzen umgehend in ärztliche beziehungsweise
zahnärztliche Behandlung begeben. Werden die genannten Nebenwirkungen
festgestellt, sollte eine symptomatische Therapie eingeleitet sowie
überschüssige Octenident-Lösung entfernt werden, um weitere
Gewebsschäden zu vermeiden.
Weitere Informationen können dem Informationsbrief entnommen
werden. Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von
Octenidin-haltigen Arzneimitteln sind bitte unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
1)
BfArM, Informationsbrief zu Octenident antiseptic
(Octenidindihydrochlorid): Verringerung von Arzneimittel- und
Anwendungsrisiken. www.bfarm.de → Arzneimittel → Pharmakovigilanz →
Risikoinformationen → Rote-Hand-Briefe und Informationsbriefe (Zugriff
am 14. August 2023)