AMK / Die Firma Roche Pharma AG informiert in Abstimmung mit der EMA
und dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief über das erhöhte Risiko für (meist
extrapulmonale) Tuberkulose unter Behandlung mit Gavreto® (▼,
Pralsetinib).
Gavreto® wird als Monotherapie zur Behandlung
Erwachsener mit Rearranged-during-Transfection (RET)-Fusions-positivem,
fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) angewendet,
die zuvor nicht mit einem RET-Inhibitor behandelt wurden.
Bei
der Untersuchung globaler Sicherheitsdaten wurden neun Fälle von
Tuberkulose bei Patienten mit Pralsetinib-Therapie identifiziert. Die
Ereignisse traten bei Patienten mit und ohne Tuberkulose in der
Vorgeschichte auf. In den meisten Fällen wurde über extrapulmonale
Tuberkulose wie Lymphknotentuberkulose, Peritonealtuberkulose oder
Nierentuberkulose berichtet.
Vor Behandlungsbeginn sollten
Patienten daher auf aktive und inaktive („latente“) Tuberkulose gemäß
den lokalen Empfehlungen untersucht werden. Bei Patienten mit aktiver
oder latenter Tuberkulose sollte vor Beginn der Behandlung mit Gavreto®
eine antimykobakterielle Standardtherapie initiiert werden.
Die
gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Induktoren ist zudem zu
vermeiden, da diese die Wirksamkeit von Pralsetinib verringern können.
Ist die gleichzeitige Anwendung unumgänglich, sollte die Dosis von
Gavreto® entsprechend angepasst werden. Nähere Informationen können dem Rote-Hand-Brief entnommen werden. Die Produktinformationen werden hinsichtlich des Risikos aktualisiert.
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, betroffene Patienten
angemessen zum Sachverhalt zu informieren und Risiken im Zusammenhang
mit der Anwendung von Pralsetinib bevorzugt online unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM;
Rote-Hand-Brief zu Gavreto®▼ (Pralsetinib): Erhöhtes Risiko für
Tuberkulose und Maßnahmen zur Risikominimierung. www.bfarm.de →
Arzneimittel → Pharmakovigilanz → Risikoinformationen → Rote-Hand-Briefe
und Informationsbriefe (Zugriff am 16. Juni 2023)