AMK / Die Firma Gentium S.r.l. informiert in Abstimmung mit der EMA
und dem BfArM, dass Defibrotid nicht zur Prophylaxe der hepatischen
venookklusiven Erkrankung (VOD) nach hämatopoetischer
Stammzelltransplantation (HSCT) anzuwenden ist.
Das Gemisch aus
Oligonukleotiden mit antithrombotischer, fibrinolytischer, antiadhäsiver
und entzündungshemmender Wirkung ist zur Behandlung einer schweren VOD
nach HSCT bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern ab
einem Monat zugelassen.
Die zugrundeliegende Prophylaxe-Studie
15-007 verglich Defibrotid, in Verbindung mit der besten unterstützenden
Behandlung (Best Supportive Care, BSC), mit BSC allein bei
pädiatrischen Patienten sowie Erwachsenen zur Prophylaxe der VOD nach
einer HSCT und wurde vorzeitig gestoppt, da ein Nutzen von Defibrotid
nicht erbracht wurde.
Bis Tag +30 nach der HSCT wurden bei
Defibrotid plus BSC 5,7 % Todesfälle beobachtet gegenüber 2,9 % bei BSC
allein. Die Anzahl unerwünschter Ereignisse (99,4 % gegenüber 100 %) und
schwerer unerwünschter Ereignisse (40,9 % gegenüber 35,1 %) war in
beiden Gruppen ähnlich.
Das Risikoprofil von Defibrotid während
der Behandlung von VOD beschreibt hauptsächlich Blutungen und Hypotonie.
Aufgrund des gesteigerten Blutungsrisikos sollte Defibrotid
zurückgehalten bzw. gestoppt werden, wenn signifikante Blutungen
auftreten.
Weitere Informationen können dem Rote-Hand-Brief entnommen werden.
Die
AMK bittet ApothekerInnen unerwünschte Arzneimittelwirkungen im
zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von Defibrotid unter www.
arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM;
Rote-Hand-Brief zu Defitelio (Defibrotid): Nicht anwenden zur Prophylaxe
hepatischen venookklusiven Erkrankung (VOD) nach hämatopoetischer
Stammzelltransplantation (HSCT). www.bfarm.de → Arzneimittel →
Pharmakovigilanz → Risikoinformationen → Rote-Hand-Briefe und
Informationsbriefe (Zugriff am 13. Juni 2022)