AMK / Das PEI warnt auf seiner Homepage vor dem Off-Label-Einsatz von BCG-medac und Onco-TIDE® (1).
Die immunstimulierenden Präparate auf der Basis von
Bakterienpräparationen des Bacillus Calmette-Guérin (BCG)
Mykobakterienstamms sind zur Behandlung von Harnblasenkarzinomen
zugelassen.
Aufgrund vermehrter Anfragen weist das PEI darauf
hin, dass die BCG-Präparate nicht zur Behandlung oder Vorbeugung einer
Infektion mit SARS-CoV-2 zugelassen sind. Die Immunstimulanzien
enthalten im Vergleich zu Impfstoffen eine erhöhte Konzentration an
Mykobakterien, was bei fehlerhafter Anwendung ein Risiko für die
Patienten darstellt. Vor dem Hintergrund des bestehenden Lieferengpasses
für BCG-medac kann der Off-Label-Einsatz zudem die Versorgung der
betroffenen onkologischen Patienten weiter gefährden.
Neben
einer nicht spezifischen Wirkung auf das Immunsystem, könnten
BCG-Impfstoffe laut wissenschaftlicher Hypothesen einen schützenden
Effekt auf die Inzidenz und Schwere einer Covid-19-Erkrankung ausüben
(2). Derzeit liegen jedoch noch keine Studien vor, die dies belegen.
Das PEI fordert daher ÄrztInnen und ApothekerInnen dazu auf, die Indikationsstellung für BCG-Präparate kritisch zu überprüfen.
Off-Label-Use von BCG-Präparaten sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
1) PEI; Warnung vor dem Off-label-Einsatz von BCG-Präparaten.
www.pei.de → Arzneimittelsicherheit → Pharmakovigilanz (Zugriff am 27.
Mai 2020)
2) Curtis N. et al. Considering BCG vaccination to reduce the impact of COVID-19. Lancet 2020, (10236) 395: 1545‐1546.