AMK / Im letzten Jahr hatte der PRAC aufgrund einiger
Nebenwirkungsmeldungen das Risiko für akute generalisierte exanthemische
Pustulose (AGEP) bei der systemischen Anwendung von Ibuprofen-haltigen
Mono- und Kombinationsarzneimitteln bewertet. Nun fordert das BfArM zu
entsprechenden Anpassungen der Produktinformationen auf (1).
Die
AGEP gehört zu den schweren kutanen Arzneimittelreaktionen (SCAR,
severe cutaneous adverse reactions), die wiederum zum Typ IV (Spättyp)
allergischer Hypersensibilitätsreaktionen zählen. Klinisch äußert sie
sich in Form von brennenden, juckenden, ödematösen, zum Teil
großflächigen Erythemen, innerhalb derer sich zahlreiche sterile Pusteln
bilden. Die Hautsymptome werden fast immer von Fieber über 38 °C
begleitet. Die Pusteln lösen sich spontan innerhalb weniger (4 bis 10)
Tage auf und schuppen sich in typischen Fällen anschließend ab (2).
Prinzipiell
sollten Ibuprofen-haltige Arzneimittel beim ersten Auftreten von
Anzeichen und Symptomen aller schwerwiegenden Hautreaktionen wie
Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer
Hypersensibilität abgesetzt werden.
Die Anpassung der Produktinformationen betrifft auch Nutzer von entsprechenden Standardzulassungen.
Die AMK bittet ApothekerInnen bekannt gewordene Verdachtsfälle
unerwünschter Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von
Ibuprofen-haltigen Arzneimittel unter www.arzneimittelkommission.de zu
melden. /
Quellen
1) BfArM an AMK (E-Mail-Kommunikation);
Textanpassungen in Folge von Signalbewertungen durch den Ausschuss für
Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) hier: EPITT
Nummer 19409 - Ibuprofen- Standardzulassungen. (21. April 2020)
2)
Sidoroff A., et al: Acute generalized exanthematous pustulosis (AGEP) -
a clinical reaction pattern. J Cutan Pathol 2001; 28: 113–9.