Die Pfizer Pharma GmbH informiert mittels
Rote-Hand-Brief
in Absprache mit EMA und BfArM zu einem dosisabhängig erhöhten Risiko
für schwerwiegende venöse thromboembolische Ereignisse wie
Lungenembolien (davon einige mit tödlichem Ausgang) und tiefe
Venenthrombosen bei der Behandlung mit Xeljanz® (▼, Tofacitinib)
Filmtabletten. Patienten über 65 Jahre haben ein zusätzlich erhöhtes
Risiko für schwerwiegende Infektionen sowie ein erhöhtes
Mortalitätsrisiko aufgrund von Infektionen.
Zum Risiko venöser
thromboembolischer Ereignisse bei der Einnahme des Kinaseinhibitors
Tofacitinib sowie ersten risikominimierenden Maßnahmen informierte die
AMK bereits (Pharm. Ztg. 2019 Nr. 23, Seite 102).
Das selektive
Immunsuppressivum wird zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA)
und Psoriasis-Arthritis (PsA) sowie der Colitis ulcerosa eingesetzt.
Aufgrund der genannten Risiken wird der Einsatz bei Patienten mit
Colitis ulcerosa und vorbekannten Risikofaktoren für thromboembolische
Ereignisse nun nicht länger empfohlen, außer es steht keine geeignete
Alternative zur Verfügung.
Die empfohlene Dosis von zweimal täglich 5 mg zur Behandlung der RA und PsA sollte nicht überschritten werden.
Patienten sind bereits vor Therapiebeginn zu Anzeichen und Symptome
venöser thromboembolischer Ereignisse aufzuklären und sollen bei deren
Auftreten unverzüglich ihren Arzt aufsuchen.
Patienten über 65
Jahre sollten für eine Behandlung mit Tofacitinib nur in Betracht
gezogen werden, wenn keine Alternative verfügbar ist, da für diese ein
zusätzlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen sowie ein
erhöhtes Mortalitätsrisiko aufgrund von Infektionen besteht.
Die
Produktinformationen sowie die beauflagten Schulungsmaterialen zu
Xeljanz® werden aktualisiert. Weitere Informationen können dem
Rote-Hand-Brief entnommen werden.
Arzneimittelrisiken im
Zusammenhang mit der Anwendung von Tofacitinib sind bitte unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief Xeljanz (Tofacitinib), T:20.03.2020. (19. März 2020)