AMK / Mittels Rote-Hand-Brief informiert die Firma Novartis Pharma
GmbH in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM über eine Änderung der
Indikation von Tyverb® (Lapatinib) aufgrund von fehlerhaften
Studienergebnissen.
Aufgrund eines Programmierfehlers in der
Datenanalyse wurde in der behördlich beauflagten Wirksamkeitsstudie
EGF114299 fälschlicherweise für den Proteinkinase-Inhibitor ein
relativer Vorteil gegenüber Trastuzumab nachgewiesen; jeweils in
Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor, bei postmenopausalen Frauen
mit Hormonrezeptor-positivem (HR+/HER2+), metastatischem Brustkrebs,
wenn diese zuvor mit Trastuzumab oder einem Aromatase-Inhibitor
behandelt wurden. Die Ergebnisse dieser Studie führten zur Änderung der
Produktinformationen, die nun wieder zurückzunehmen sind. Die Aussage zu
fehlenden vergleichenden Wirksamkeitsdaten des betroffenen
Anwendungsgebiets wird ebenfalls wieder aufgenommen: „Es liegen keine
Daten zur Wirksamkeit dieser Kombination im Vergleich zu Trastuzumab in
Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor in dieser Patientenpopulation
vor.“
Derzeit läuft eine behördliche Beurteilung der berichtigten
Daten. Näheres zu den Studienergebnissen und dem Wortlaut der
aktualisierten Fachinformation sind dem Rote-Hand-Brief zu entnehmen.
Bei
Patienten, die derzeit Tyverb® in Kombination mit einem
Aromatase-Inhibitor erhalten und deren Grunderkrankung zuvor unter einer
Trastuzumab-haltigen Therapie progredient war, muss die Entscheidung
über die Fortsetzung der Therapie auf Einzelfallbasis erfolgen.
Die AMK bittet ApothekerInnen Patientinnen angemessen zu informieren.
Verdachtsfälle
von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Lapatinib
sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
Novartis
Pharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief zu Tyverb
(Lapatinib) - Information zu wichtigen Änderungen in der
Fachinformation. (13. Mai 2019)