AMK / Mittels Rote-Hand-Brief
informieren mehrere Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der EMA und dem
BfArM über das erhöhte Risiko von Aortenaneurysmen und –dissektionen
bei der systemischen und inhalativen Anwendung von
Fluorchinolon-haltigen Arzneimitteln. Hierauf weisen Daten aus
epidemiologischen und nicht klinischen Studien hin, die dem
Rote-Hand-Brief entnommen werden können.
Fluorchinolone sind
Breitbandantibiotika und werden gegen verschiedene, auch
lebensbedrohliche, bakterielle Infektionen eingesetzt. In Deutschland
zugelassene Wirkstoffe sind Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin,
Norfloxacin und Ofloxacin.
Hinsichtlich des Risikos für
Aortenaneurysmen und -dissektionen in Zusammenhang mit der Anwendung von
Fluorchinolonen wird nun über Folgendes informiert:
- Fluorchinolone können das Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen insbesondere bei älteren Patienten erhöhen.
- Bei
Patienten mit einem Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen
sollten Fluorchinolone nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und
Berücksichtigung anderer Therapiemöglichkeiten angewendet werden.
- Als
prädisponierende Faktoren gelten unter anderem: Aneurysma-Erkrankung in
der Familienanamnese, vorbestehendes Aortenaneurysma oder -dissektion,
Marfan-Syndrom, vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom, Takayasu- oder
Riesenzellen-Arteriitis, Morbus Behçet, Hypertonie sowie Atherosklerose.
Patienten
sollten über das Risiko angemessen informiert werden. Insbesondere bei
plötzlich auftretenden schweren Bauch-, Brustkorb- oder Rückenschmerzen
soll unverzüglich in der Notaufnahme ärztliche Hilfe in Anspruch
genommen werden.
Die AMK bittet ApothekerInnen, Risiken bei der
Therapie mit Fluorchinolon-haltigen Arzneimitteln unter
www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM an
AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief Fluorchinolone - aortic
aneurysm and dissection (EPITT 18651). (24. Oktober 2018)