AMK / Die Firma Biogen GmbH informiert in Absprache mit der EMA und dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief
über Berichte von kommunizierendem Hydrozephalus (Hydrocephalus
communicans) bei Anwendung von Spinraza® (▼, Nusinersen), 12 mg
Injektionslösung. Nusinersen ist zur Behandlung der 5q-assoziierten
spinalen Muskelatrophie (SMA) indiziert.
Bei mit Spinraza®
behandelten Patienten, einschließlich Kindern, wurde über das Auftreten
eines kommunizierenden Hydrozephalus berichtet, der nicht mit einer
Meningitis oder einer Blutung in Zusammenhang steht. Einigen dieser
Patienten wurde zur Behandlung ein ventrikulo-peritonealer Shunt (VPS)
implantiert.
Folgende Maßnahmen werden daher empfohlen:
- SMA-Patienten
beziehungsweise deren Betreuer sollten vor Beginn der Therapie über
Anzeichen und Symptome eines Hydrozephalus informiert werden und einen
Arzt aufsuchen, wenn sich folgende Symptome entwickeln: anhaltendes
Erbrechen oder Kopfschmerzen, unerklärliche Bewusstseinsstörungen sowie
eine Zunahme des Kopfumfangs bei Kindern.
- Bei Anzeichen
und Symptomen, die auf einen Hydrocephalus communicans hinweisen,
sollten Patienten weiter untersucht werden. Bei eingeschränktem
Bewusstsein sollten ein erhöhter Liquordruck sowie eine Infektion
ausgeschlossen werden.
- Es liegen nur begrenzte
Informationen über die anhaltende Wirksamkeit von Nusinersen vor, wenn
ein VPS implantiert wird. Nach Implantation sollten Patienten, die
weiterhin Spinraza® erhalten, engmaschig überwacht und regelmäßig
untersucht werden. Es sollte darüber informiert werden, dass Risiken und
Nutzen einer Nusinersen-Behandlung bei Patienten mit einem VPS nicht
bekannt sind.
Weitere Informationen können dem
Rote-Hand-Brief entnommen werden. ApothekerInnen werden gebeten,
unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) im Zusammenhang einer
Nusinersen-Therapie unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /
Quellen
BfArM an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief zu Spinraza. (27. Juli 2018)
Zur Kenntnis genommen:
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