AMK / Das PEI informiert aktuell auf seiner Homepage, dass die Firma
Biogen Idec Ltd., UK, auf die Zulassung des Arzneimittels Zinbryta®
(▼, Daclizumab) in einer Fertigspritze oder in einem Fertigpen zur
Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) eigenverantwortlich
verzichtet.
Der humanisierte monoklonale Anti-CD25-Antikörper ist EU-weit
zugelassen zur Behandlung der schubförmigen MS. Nach einem
Bewertungsverfahren der EMA wegen lebensbedrohlicher Fälle von
Leberentzündungen (Autoimmunhepatitis) wurde bereits 2017 die Zulassung
von Zinbryta eingeschränkt; die AMK berichtete bereits hierüber (PZ
26/2017, Seite 84). Grund für den Verzicht sind Meldungen über acht
Multiple-Sklerose-Patienten, bei denen nach Gabe von Zinbryta eine
immunvermittelte Enzephalitis/Enzephalopathie beobachtet wurde.
Das PEI und die EMA empfehlen:
- Ärzte sollen keine neuen Patienten mit dem MS-Therapeutikum behandeln.
- Patienten,
die Zinbryta® absetzen, sollten wegen der langen Halbwertszeit des
Arzneimittels weiterhin entsprechend der Fachinformation nachbeobachtet
werden.
- Patienten werden gebeten, sich mit Fragen an den behandelnden Arzt zu wenden.
Die AMK bittet ApothekerInnen, Patienten und Institutionen, an die
Zinbryta abgegeben wurde oder werden soll, so rasch wie möglich zu
kontaktieren und angemessen zu informieren. Informationen über die
Rücknahmemodalitäten wird die AMK in Kürze bereitstellen.
Anmerkung der AMK: Diese Information wurde bereits am 2. März
2018 auf der Homepage der AMK veröffentlicht. Nähere Informationen zum
Rückruf Zinbryta entnehmen sie bitte der Ausgabe PZ 10/2018. /
Quellen
- Paul-Ehrlich-Institut
(PEI); Biogen Idec verzichtet auf die Zulassung des Arzneimittels
Zinbryta (Daclizumab) zur Behandlung von Patienten mit Multipler
Sklerose. www.pei.de --> Vigilanz (Zugriff am 2. März 2018)