AMK / Die Firma Novartis Pharma GmbH informiert in Abstimmung mit der
EMA und dem BfArM in einem Rote-Hand-Brief über verstärkte Warnungen
für die Anwendung von Gilenya® 0,5 mg Hartkapseln (Fingolimod) bei Patienten mit vorbestehenden kardialen Erkrankungen.
Der Sphingosin-1-Phosphat Rezeptor-Modulator unterliegt einer
zusätzlichen Überwachung (▼) und ist zugelassen zur
krankheitsmodifizierenden Monotherapie von hochaktiver
schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose bei
Erwachsenen.
Das Risiko schwerwiegender Herzrhythmusstörungen, einschließlich
polymorphen ventrikulären Arrhythmien (PVA), ist bereits in der
Produktinformation beschrieben, jedoch sind weiterhin Fälle von PVA,
einschließlich Todesfälle, unter Fingolimod berichtet worden. Folgende
Kontraindikationen werden daher nun zusätzlich aufgeführt:
- Patienten mit Myokardinfarkt, instabiler Angina
pectoris, Schlaganfall, transitorisch ischämischer Attacke,
dekompensierter Herzinsuffizienz oder NYHA-Klasse III/IV.
- Patienten
mit schweren Herzrhythmusstörungen, die eine antiarrhythmische
Behandlung mit Antiarrhythmika der Klasse la (z.B. Chinidin,
Procainamid, Disopyramid) und Klasse III (Kaliumkanalblocker, zum
Beispiel Amiodaron, Sotalol, lbutilid, Dofetilid) erfordern.
- Patienten
mit einem AV-Block 2. Grades Typ Mobitz II oder einem AV-Block
3. Grades oder Sick-Sinus-Syndrom, wenn sie keinen Herzschrittmacher
tragen.
- Patienten mit einem bestehenden QTc-lntervall ≥ 500 Millisekunden.
Die Produktinformationen werden ebenfalls hinsichtlich bestehender
Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen zum immunsuppressiven Effekt von
Fingolimod angepasst. Die AMK bittet Apotheken, Patienten angemessen zu
informieren und Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang
mit der Anwendung von Fingolimod zu melden unter
www.arzneimittelkommission.de. /
Quellen
- Novartis
Pharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief zu Gilenya
(Fingolimod) – Kontraindikationen bei Patienten mit kardialen
Erkrankungen. (30. Oktober 2017)