AMK / Die Firma Janssen-Cilag GmbH informiert in Abstimmung mit der
EMA und dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief über das Risiko einer
Hepatitis-B-Virus(HBV)-Reaktivierung unter Therapie mit Imbruvica®
(▼, Ibrutinib). Der Tyrosinkinase-Inhibitor ist zugelassen zur
Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie (CLL),
Mantelzell-Lymphom (MCL) sowie Morbus Waldenström (MW) und unterliegt
einer zusätzlichen Überwachung (▼) durch die Zulassungsbehörden.
In klinischen Studien wurde eine Reaktivierung des
Hepatitis-B-Viruses in seltenen Fällen beobachtet (0,2 %). Patienten mit
aktiver Hepatitis B waren von der Studienteilnahme ausgeschlossen. Eine
Überprüfung der Daten aus klinischen Studien und von Spontanberichten
führte nun zur Identifizierung von Fällen zu HBV-Reaktivierungen bei mit
Ibrutinib behandelten Patienten, in einem Fall mit tödlichem Ausgang.
Die Zeit bis zum Beginn der Reaktivierung der Hepatitis B variierte bei
den betroffenen Patienten ohne erkennbares Muster. In der Mehrzahl der
Fälle wurde die Behandlung mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor beendet oder
pausiert.
Die Firma Janssen-Cilag GmbH bittet nun, folgende Hinweise zu beachten:
- Patienten sollen vor Therapiebeginn auf eine bestehende HBV-Infektion untersucht werden.
- Bei positiver Hepatitis-B-Serologie soll ein Experte für Lebererkrankungen konsultiert werden.
- Patienten
mit positiver Hepatitis-B-Serologie, die Ibrutinib benötigen, sollen
überwacht und/oder antiviral behandelt werden, um einer Reaktivierung
des HBV vorzubeugen.
Die Fach- und Gebrauchsinformationen von Imbruvica werden hinsichtlich der neuen Sicherheitsinformationen aktualisiert.
Die AMK bittet Apotheken, Verdachtsfälle unerwünschter
Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von oralen
Tyrosinkinase-Inhibitoren zu melden (www.arzneimittelkommission.de). /
Quellen
- Janssen
Cilag GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Janssen – wichtige
Arzneimittelinformation – Rote Hand-Brief Imbruvica – Veröffentlichung
in PZ/DAZ. (12. Juli 2017)