AMK / Das BfArM informiert aktuell über (potenzielle)
Medikationsfehler im Zusammenhang mit dem Bundeseinheitlichen
Medikationsplan (BMP) sowie dem elektronischen Medikationsplan (eMP).
Der eMP wird derzeit noch auf der elektronischen Gesundheitskarte
gespeichert, ist in der Versorgungspraxis bislang jedoch wenig
verbreitet. Perspektivisch soll er in der elektronischen Patientenakte
verortet werden.
Anlass sind Meldungen zu potenziellen Arzneimittelrisiken, die auf
eine missverständliche Darstellung der Wirkstärke von
Methotrexat-(MTX-)haltigen Injektionssystemen im BMP beziehungsweise eMP
hinweisen. Betroffen sind insbesondere zur Anwendung durch den
Patienten vorgesehene Fertigspritzen, -pens und -injektoren (im
Folgenden: MTX-haltige Fertigspritzen).
So wird die Wirkstärke von MTX-haltigen Fertigspritzen im
Medikationsplan teilweise ausschließlich als Konzentration (mg/ml) und
nicht als absolute Wirkstoffmenge (mg) dargestellt, wodurch die
vorgesehene Einzeldosis nicht eindeutig erkennbar ist. Zudem besteht die
Gefahr, dass die Konzentrationsangabe als absolute Dosis
fehlinterpretiert wird, was zu gefährlichen Überdosierungen führen kann.
Hintergrund ist die verpflichtende Nutzung der vom BfArM betriebenen
Referenzdatenbank nach § 31b Sozialgesetzbuch Nr. V (SGB V) für den BMP
und eMP. In der Referenzdatenbank werden einheitliche und
patientenverständliche Angaben zu Wirkstoffbezeichnung, Wirkstärke und
Darreichungsform bereitgestellt.
Sind mehrere MTX-haltige Fertigspritzen mit unterschiedlichen
absoluten Wirkstoffmengen unter einer gemeinsamen Zulassung geführt,
enthält die Referenzdatenbank lediglich eine Angabe zur Wirkstärke in
Form einer Konzentration. In der Folge erscheint im BMP beziehungsweise
eMP für unterschiedliche Fertigspritzen desselben Herstellers dieselbe
Wirkstärkenangabe beziehungsweise Konzentration, sodass eine
Unterscheidung anhand der enthaltenen absoluten Wirkstoffmenge nicht
möglich ist. Eine differenzierte Darstellung im BMP beziehungsweise eMP
ist nur dann gegeben, wenn für die einzelnen Fertigspritzen separate
Zulassungen mit Angabe der jeweils enthaltenen absoluten Wirkstoffmenge
vorliegen.
Unterschiedliche Angaben von Wirkstärken zu MTX-haltigen
Fertigspritzen im BMP beziehungsweise eMP anhand zweier Fallbeispiele
sind in der Publikation des BfArM im aktuellen Bulletin zur
Arzneimittelsicherheit abgebildet (1).
Laut BfArM handelt es sich nicht um fehlerhafte Referenzdaten,
sondern um eine zulassungsbedingte, systemimmanente Besonderheit, die
die eindeutige Abbildung der Dosierung in Medikationsplänen erschweren
kann.
Die AMK empfiehlt, Dosierungsangaben im BMP beziehungsweise eMP,
insbesondere bei Hochrisikoarzneimitteln wie MTX, sorgfältig auf
Plausibilität beziehungsweise Eindeutigkeit zu prüfen.
Beim BMP besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, über die PZN, die im
Barcode hinterlegt ist und durch Einscannen ausgelesen werden kann, die
Wirkstärke eines Arzneimittels eindeutig festzustellen. Im eMP kann
dies über die im Datensatz enthaltene PZN erfolgen.
Bei Unklarheiten sollte Rücksprache mit dem verordnenden Arzt
gehalten werden. Im BMP können das Feld „Hinweise“ oder eine Zusatzzeile
zur Ergänzung der Klarstellung genutzt werden. Auch im eMP sind
entsprechende Felder verfügbar.
Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, (potenzielle)
Medikationsfehler im Zusammenhang mit der Anwendung MTX-haltiger
Fertigspritzen bevorzugt online unter www.arzneimittelkommission.de zu
melden. Fehlerkonstellationen im Zusammenhang mit Referenzdaten im BMP
beziehungsweise eMP können zudem direkt an das BfArM gemeldet werden
(2). Die AMK dankt für die Unterstützung zur Verbesserung der
Arzneimitteltherapiesicherheit. /
Quellen
1) BfArM; Bulletin zur Arzneimittelsicherheit - Informationen aus
BfArM und PEI. www.bfarm.de → Aktuelles → Publikationen → Bulletin
(Zugriff am 2. Januar 2026)
2) BfArM; Meldestelle für Auffälligkeiten oder Fehlerkonstellationen
bei der Nutzung der Anwendungen der Telematikinfrastruktur. www.bfarm.de
→ Das BfArM → Aufgaben → Telematikanwendungen-Fehlerkonstellationen →
Zum Meldeformular (Zugriff am 2. Januar 2026)