In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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Zeige Ergebnisse 221-230 von 3444.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
HerstellerinformationNovo Nordisk Pharma23.06.2025
Rückrufe allgemeinAnastrozol Amarox 1 mg FilmtablettenAnastrozol Amarox Pharma16804628
16804634
16804640
19.06.2025
ChargenrückrufMetobeta 50 TablettenMetoprololbetapharm Arzneimittel0480188918.06.2025
HerstellerinformationIsotonischen Natriumchlorid-Lösung Noridem, 0,9% InfusionslösungIsotonischen Natriumchlorid-LösungDEMO Pharmaceuticals16.06.2025
ChargenüberprüfungenPassiflora Curarina® TropfenPassionsblumenkrautHarras Pharma Curarina Arzneimittel0875504016.06.2025
ChargenrückrufClopidogrel Aurobindo 75 mg FilmtablettenClopidogrelPuren Pharma1001275411.06.2025
HerstellerinformationAspirin® i.v. 500 mg, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder InfusionslösungAcetylsalicylsäureBayer Vital06.06.2025
Rückrufe allgemeinNeuro-Medivitan® 100 mg / 100 mg FilmtablettenThiamin, PyridoxinMedice Arzneimittel Pütter10311617
10311623
06.06.2025
ChargenrückrufMucofalk® Orange, Indische Flohsamenschalen, 300 g Granulat zur Herstellung einer Suspension zum EinnehmenMucofalk® Orange, Indische Flohsamenschalen0489187506.06.2025
ChargenrückrufHeparin-Natrium-5000-ratiopharm® Ampullen, 5 und 20 StückHeparin-Natriumratiopharm03029820
03170642
06.06.2025
Zeige Ergebnisse 221-230 von 598.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenPEI: Kurzfristige Beschaffung einer Charge Pneumovax 23® in chinesischer Aufmachung 24.02.2021
Information der Institutionen und BehördenFDA: Xeljanz® (▼, Tofacitinib): Erhöhtes Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse sowie Tumore 05.02.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK: Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht 28.01.2021
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Anordnungen zu kindergesicherten Verpackungen aufgehoben28.01.2021
Information der Institutionen und BehördenListe ausgewählter AMK-Nachrichten 2. Halbjahr 2020 (PZ 27 bis 52/53) 26.01.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK: Hinweis: Informationen zur Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen 26.01.2021
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Ranitidin-haltige Arzneimittel: Befristetes Ruhen aller Zulassungen angeordnet 12.01.2021
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: COVID-19-Impfung – Risiken mit Beratung und aktiver Pharmakovigilanz minimieren helfen07.01.2021
Information der Institutionen und BehördenDie neue Ausgabe des „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ ist da! 23.12.2020
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: Mit aktiver Pharmakovigilanz vermehrten Unsicherheiten in Zeiten der Pandemie begegnen 15.12.2020

Information der Institutionen und Behörden

AMK/ZL: Aimovig® (Erenumab) 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen: vermehrt Meldungen zu nicht auslösenden Fertigpens bei Selbstinjektion

Produkt:
Aimovig®
Wirkstoff:
Erenumab
Datum:
05.01.2026
AMK / Der AMK wurden im Zeitraum von Dezember 2018 bis Oktober 2025 insgesamt 220 Fälle zu Aimovig® (Erenumab) 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen gemeldet, die sich auf einen Defekt des Pens beziehen. Beanstandet wurden ein defekter Auslösemechanismus, Entleerungsstörungen (unvollständige Injektion), mit Verdacht auf Unterdosierung sowie Applikation/Auslaufen der Wirkstofflösung auf die Haut. In acht Fällen wurden unerwünschte Wirkungen bei Patienten dokumentiert wie Übelkeit, Schmerzen an der Applikationsstelle, Hautrötung, Bluterguss und Migräneanfall. Zum Teil wurden mehrtägige Therapieverzögerungen berichtet.

Erenumab ist angezeigt zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat. Die Applikation erfolgt durch den Patienten alle vier Wochen als subkutane Injektion.

Bei Aimovig® im Fertigpen erfolgt die Injektion nach dem Auslösen automatisch. Um ein versehentliches Auslösen der Injektion zu verhindern, hat der Hersteller den Pen mit einer Sicherheitshülse ausgestattet. Deshalb muss der Pen nach Entfernung der Verschlusskappe so fest auf die Haut gedrückt werden, dass die bewegliche Sicherheitshülse vollständig eingedrückt ist. Dies wird erreicht, indem eine feste Oberfläche der Haut nach der Spreiz- oder Druckmethode (1) erzeugt wird. Der Pen wird dann im 90 Grad Winkel auf die feste Haut aufgesetzt, die Sicherheitshülse komplett eingedrückt und anschließend der Startknopf betätigt. Laut Gebrauchsinformation muss die Injektion innerhalb von fünf Minuten nach Entfernung der Verschlusskappe erfolgen, um ein Austrocknen der Lösung und damit ein Verstopfen der Kanüle zu verhindern.

Die Firma stellte gegenüber der AMK in sämtlichen untersuchten Fällen keinen technischen Defekt fest (2). Im Auftrag der AMK untersuchte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e. V. (ZL) ein Reklamationsmuster, bei dem die Verschlusskappe bereits entfernt und die Kanüle durch eingetrocknete Lösung verstopft war (Abb. 1). Beanstandet wurde, dass sich der Pen nicht auslösen ließ. Nach Entfernung des Rückstands und dem vollständigen Eindrücken der Sicherheitshülse ließ sich die Injektion auslösen; es trat jedoch erst zeitverzögert (nach Lösen der Auskristallisation innerhalb der Nadel) die Injektionsflüssigkeit aus. Das ZL bestätigte daher ebenfalls die ordnungsgemäße Funktionsweise des reklamierten Fertigpens.

In der Zusammenschau der Ergebnisse, erkennt die AMK kritische Schritte beim Einsatz des Autoinjektionssystems, die Anwendungsfehler begünstigen können. Hierzu zählt insbesondere das nicht vollständige Aufdrücken des Pens auf die Haut, wodurch die Sicherheitshülse nicht vollständig eingedrückt wird und ein Auslösen des Pens verhindert oder beeinträchtigt werden kann. Die Nichtbeachtung des Fünf-Minuten-Intervalls nach Abzug der Verschlusskappe und die damit verbundene zeitverzögerte Abgabe der Lösung durch allmähliches Lösen der Eintrocknung durch den Kolbendruck kann einen weiteren fehlerbegünstigenden Faktor darstellen.

Im Fall von Reklamationen zu nicht auslösenden Pens empfiehlt die AMK daher, betroffene Patienten zunächst nach der korrekten Anwendung zu befragen bzw. sich diese demonstrieren zu lassen. So kann durch gezielte Beratung wesentlich zur Abgrenzung von (patientenseitigen) Medikationsfehlern und Qualitätsmängeln beigetragen werden.

Laut Hersteller ist aufgrund der prophylaktischen Indikation bei einer verzögerten Anwendung von wenigen Tagen kein relevanter Einfluss auf die Wirksamkeit zu erwarten (2). In einem der AMK vorliegenden Fall wurde jedoch eine psychische Belastung beschrieben, da die betroffene Patientin die Injektion nicht planmäßig durchführen konnte. Zwei weitere Patienten erlitten am geplanten Tag der Injektion einen Migräneanfall.

Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker daher darum, mögliche gesundheitliche Schäden für Patienten im zeitlichen Zusammenhang eines reklamierten Qualitätsdefekts konkret zu erfragen und diese im Rahmen der Meldung zu dokumentieren. Nur so kann die Kritikalität eines gemeldeten Risikos bestmöglich abgeschätzt werden.

Arzneimittelrisiken in Zusammenhang mit der Anwendung von Aimovig® sind bitte online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.

Quellen
1) Novartis Europharm Limited; Gebrauchsinformation Aimovig® 70 mg / - 140 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze, Aimovig® 70 mg / - 140 mg Injektionslösung im Fertigpen. Stand: November 2024.
2) Novartis Pharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Aimovig® 70 mg und 140 mg Injektionslösung im Fertigpen - Anfrage zu Spontanmeldungen. (24. Oktober 2025)