In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

Zeige Ergebnisse 11-20 von 3578.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufPantoprazol beta 40 mg magensaftresistente TablettenPantoprazolbetapharm Arzneimittel19211515
19211544
09.09.2026
ChargenrückrufCoversum® Arginin 5 mg Filmtabletten, 30 Stück, Coversum® Arginin 10 mg FilmtablettenPerindoprilServier Deutschland10032604
10032627
03.09.2026
HerstellerinformationKaletra® und Norvir®AbbVie Deutschland02.09.2026
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Anktiva® Nogapendekin alfa InbakiceptImmunity-Bio Ireland01.09.2026
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Xolremdi®MavorixaforNorgine01.09.2026
ChargenrückrufSertralin Winthrop 50 mg Filmtabletten, Sertralin Winthrop 100 mg FilmtablettenSertralinZentiva Pharma01028704
01028710
01028727
01028733
01028756
01028779
31.08.2026
HerstellerinformationAdenosin Altamedics 3 mg / ml InjektionslösungAdenosinAltamedics27.08.2026
HerstellerinformationScandicain®MepivacainHexal0333851525.08.2026
HerstellerinformationAxhidrox GlycopyrroniumDr. August Wolff Arzneimittel25.08.2026
HerstellerinformationRibosofol 50 mg / ml, Injektions- und InfusionslösungFolinsäureHikma Pharma25.08.2026
Zeige Ergebnisse 11-20 von 613.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenPEI: Palforzia (▼, Erdnussprotein) 300 mg Pulver zum Einnehmen: Gestattung zur Inverkehrbringung in französischer Sprache06.07.2026
Information der Institutionen und BehördenAMK: Meldungen zu Kristallbildung bei Fentanyl-haltigen Matrixpflastern26.06.2026
Information der Institutionen und BehördenAMK/ZL: Cefaclor AL TS 125 und 250 Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: Anwendungsfehler können eine unvollständige Rekonstitution mit Bildung von Agglomeraten begünstigen26.05.2026
Information der Institutionen und BehördenÄnderungen in der Verschreibungspflicht 26.05.2026
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Lieferengpass von Temodal® (Temozolomid) 2,5 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: Empfehlung zur Anwendung bei Patienten, bei denen eine orale Gabe nicht vertretbar ist15.05.2026
Information der Institutionen und BehördenPEI: Librela (Bedinvetmab) Injektionslösung für Hunde: neue Nebenwirkung im Bereich des Bewegungsapparates07.04.2026
Information der Institutionen und BehördenPEI: Vimkunya (▼, Chikungunya-Impfstoff) Injektionssuspension in einer Fertigspritze: Gestattung zur Inverkehrbringung in französischer Sprache - Update02.04.2026
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Informationen zur Verfügbarkeit von Salbutamol-haltigen Arzneimitteln in pulmonaler Darreichungsform02.04.2026
Information der Institutionen und BehördenBMG: Versorgungsmangel für Ifosfamid-haltige Arzneimittel zur parenteralen Anwendung festgestellt31.03.2026
Information der Institutionen und BehördenAMK: Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) § 40c: Austausch von biotechnologisch hergestellten biologischen Fertigarzneimitteln in Apotheken: Hinweise zu (potenziellen) Risiken bei der Substitution31.03.2026

Rote-Hand-Briefe

Rote-Hand-Brief zu Retinoid-haltigen Arzneimitteln (teilweise ▼): Teratogenität und neuropsychiatrische Erkrankungen

Produkt:
Retinoid-haltige Arzneimittel
Datum:
03.09.2019

AMK / Verschiedene Zulassungsinhaber Retinoid-haltiger Arzneimittel informieren in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief über das Risiko von Teratogenität und neuropsychiatrischen Nebenwirkungen (1).

Zu den Retinoiden zählen Acitretin (▼), Adapalen, Alitretinoin (▼ bei oraler Anwendung), Bexaroten, Isotretinoin (▼ bei oraler Anwendung), Tazaroten und Tretinoin. Sie werden systemisch und lokal angewandt und sind indiziert bei verschiedenen Hauterkrankungen, u. a. bei Akne und Psoriasis. Tretinoin und Bexaroten werden zudem bei onkologischen Erkrankungen eingesetzt.

Aufgrund der stark teratogenen Wirkung peroral eingenommener Retinoide sind diese bei Schwangeren sowie bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, kontraindiziert. Die Kontraindikation gilt sicherheitshalber auch bei deren topischer Anwendung. Bei onkologischen Indikationen ist ein Einsatz von oralem Tretinoin bei klinischer Dringlichkeit auch bei Schwangeren zulässig.

Frauen im gebärfähigem Alter dürfen die oralen Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin nur unter Einhaltung von Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen einnehmen; diese werden in den aktualisierten Schulungsmaterialien dargelegt. Die Schulungsmaterialien wurden optimiert und harmonisiert; sie umfassen Checklisten für Apotheker und Ärzte sowie Informationen für Patienten in Form einer wirkstoffspezifischen Patientenkarte.

Das Schwangerschaftsverhütungsprogramm für orale Retinoide beinhaltet folgende Vorgaben:

  • Der Arzt muss sicherstellen, dass die Patientin das teratogene Risiko verstanden hat.
  • Die Patientin muss einen Monat vor Beginn der Behandlung, während und mindestens einen Monat nach Ende der Therapie (bei Acitretin: drei Jahre nach Ende der Behandlung) ununterbrochen wirksame Verhütungsmethoden anwenden.
  • Die Patientin muss zur regelmäßigen Durchführung von Schwangerschaftstests bereit sein.
  • Für Patientinnen im gebärfähigen Alter darf die Höchstmenge je Verschreibung den Therapiebedarf für 30 Tage nicht übersteigen. Verschreibungen sind nur bis zu sechs Tage nach dem Tag ihrer Ausstellung gültig.
  • Die Arzneimittel Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin müssen sofort abgesetzt werden, wenn die Patientin schwanger ist oder eine Schwangerschaft vermutet.
Das Schulungsmaterial weist zudem darauf hin, dass Patienten Retinoid-haltige Arzneimittel nicht an andere Personen weitergeben und unverbrauchte Kapseln zur Entsorgung in der Apotheke abgeben sollten. Patienten dürfen während der Therapie mit Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin und einschließlich einen Monat nach Absetzen der Behandlung (bei Acitretin: drei Jahre nach der Behandlung) kein Blut spenden, da bei einer schwangeren Empfängerin ein Risiko für den Fötus besteht.

Weiterhin wurden die Produktinformationen bezüglich eines erhöhten Risikos neuropsychiatrischer Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, Stimmungsschwankungen) aktualisiert. Zwar waren hierzu die vom PRAC untersuchten Daten widersprüchlich und darüber hinaus besitzen Patienten mit schwerwiegenden Hauterkrankungen an sich ein erhöhtes Risiko für neuropsychiatrische Erkrankungen, jedoch ist nicht auszuschließen, dass Retinoide dieses Risiko erhöhen.

Der Rote-Hand-Brief wird zusammen mit dem Schulungsmaterial verschickt. Der Versand soll bis zum 9. September abgeschlossen sein (2). ApothekerInnen werden gebeten die für den Patienten bestimmte Patientenkarte direkt zu übergeben, bis diese jeder Packung beiliegt. Entsprechend der Laufzeit von bereits im Markt befindlichen Packungen könnten noch bis Anfang 2022 vereinzelt Packungen im Umlauf sein, denen keine Patientenkarte beiliegt (3).

Die Fach- und Gebrauchsinformationen sowie das aktuelle Schulungsmaterial (Stand Juni 2019) wurden bereits vom ABDATA-Pharma-Daten-Service für die Softwareanbieter bereitgestellt.

Patienten sollten über Risiken bei der Einnahme von Retinoiden angemessen informiert werden. Bei Auftreten von neuropsychiatrischen Symptomen (z. B. Anzeichen einer Depression) sollten Patienten an ihren behandelnden Arzt verwiesen werden.

Weitere Informationen können Sie dem Rote-Hand-Brief entnehmen. Bitte melden Sie Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Retinoid-haltigen Arzneimitteln unter www.arzneimittelkommission.de. /

Quellen
1)    Bundesverband der pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Retinoid-Verfahren. (30. Juli 2019)
2)    AMK an BPI (Korrespondenz); Nachfrage zum Retinoid-Verfahren. (21. August 2019)
3)    AMK an BPI (Korrespondenz); Nachfrage zum Retinoid-Verfahren. (26. August 2019)