In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

Zeige Ergebnisse 1861-1870 von 3575.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenüberprüfungenOrfiril® 100 mg / ml, 5x4 ml, Injektionslösung ValproinsäureDesitin Arzneimittel, 22335 Hamburg1256975112.03.2020
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Rinvoq®Upadacitinib Abbvie15620317
15620369
15620346
10.03.2020
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Mayzent®Siponimod Novartis15227459
16060085
15227471
10.03.2020
ChargenrückrufVenlafaxin Puren 37,5 mg, 50 und 100 Retardkapseln, Venlafaxin Puren 75 mg, 100 Retardkapseln, Venlafaxin Puren 150 mg, 50 und 1VenlafaxinPuren Pharma, 81829 München11358644
11358650
11358710
11358733
11358762
10.03.2020
ChargenrückrufTopiramat Aurobindo 25 mg, 50 und 100 FTA, Topiramat Aurobindo 50 mg, 100 FTA, Topiramat Aurobindo 200 mg 100 FTATopiramatAurobindo Pharma, 81829 München09713753
09713776
09713807
09713871
10.03.2020
ChargenrückrufRamipril-comp Puren 2,5mg / 12,5mg,20u.50TAB, Ramipril-comp Puren 5mg / 12,5mg,50u.100TAB,Ramipril-comp Puren 5mg / 25mg,20,50u.100TABRamipril, HydrochlorothiazidPuren Pharma, 81829 München11357892
11357900
11357946
11357952
11357969
11357975
11357981
10.03.2020
ChargenrückrufStaphylex® Injektion, 250 mg, 500 mg und 1 g, jeweils 10 Stück, PII , Staphylex® Infusion 2 g, 5 Stück, PIIFlucloxacillinPuren Pharma, 81829 München08630479
08630485
08630491
08630516
10.03.2020
ChargenrückrufPantoprazol Puren 20 mg und 40 mg, jeweils 14, 15, 28, 30, 56, 60, 98 und 100 magensaftresistente Tabletten PantoprazolPuren Pharma, 81829 München11357076
11357082
11357099
11357107
11362752
11357136
11357142
11362769
11357165
11357171
11357194
11357202
11357219
11357225
11362775
11357248
11357260
11362781
11357283
11357314
10.03.2020
ChargenrückrufPantoprazol Aurobindo 20 mg, 100 magensaftresistente Tabletten, Pantoprazol Aurobindo 40 mg, 100 magensaftresistente Tabletten Pantoprazol Aurobindo Pharma, 81829 München11100704
11100733
10.03.2020
ChargenrückrufPantoprazol-Actavis 20 mg, 15 u. 30 magensaftres. Tabl., Pantoprazol-Actavis 40 mg, 30, 56, 60, 98 u. 100 magensaftres. Tabl.PantoprazolPuren Pharma, 81829 München09001573
03413381
09001596
03416439
09001662
05464715
03416445
09001679
05464721
09001691
10.03.2020
Zeige Ergebnisse 611-612 von 612.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenAmygdalin-haltige Arzneimittel sind bedenklich07.10.2014
Information der Institutionen und BehördenBfArM empfiehlt, auf Manipulationen bei importiertem Mabthera (Rituximab) und HerceptinV (Trastuzumab) zu achten23.09.2014

Information der Institutionen und Behörden

AMK: nicht verschreibungspflichtige Pseudoephedrin-haltige Kombinationsarzneimittel: kardiovaskuläre Risiken und mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen beachten

Datum:
14.09.2026

Die AMK hat die ihr vorliegenden Meldungen zu nicht verschreibungspflichtigen Pseudoephedrin-haltigen Kombinationsarzneimitteln ausgewertet. Für den Zeitraum 1. Januar 2013 bis 30. Juni 2026 wurden 51 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) im Zusammenhang mit sieben rezeptfrei erhältlichen Präparaten identifiziert. Davon entfielen 15 Meldungen auf Kombinationen mit H1-Antihistaminika, 19 Berichte auf Kombinationen mit Acetylsalicylsäure (ASS) und 17 mit Ibuprofen.

Pseudoephedrin wird u. a. zur kurzfristigen symptomatischen Behandlung von Erkältungen und allergischer Rhinitis eingesetzt, u. a. kombiniert mit Ibuprofen, ASS, Cetirizin oder Triprolidin. Je nach Präparat beträgt die Einzeldosis 30-120 mg; gemäß Anlage 1 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sind bis zu 720 mg Pseudoephedrin pro Packung zulässig.

Das berichtete Spektrum an Nebenwirkungen war heterogen; innerhalb einer Meldung wurden teilweise mehrere Symptome berichtet. In den 51 Berichten wurden 19-mal allergische (z. B. Exanthem, Juckreiz) und 31-mal kardiovaskuläre Nebenwirkungen (u. a. Tachykardie, Blutdruckanstieg) gemeldet; sieben Meldungen enthielten Symptome beider Gruppen. Über den gesamten Zeitraum hinweg überwogen kardiovaskuläre Symptome.

Bei dokumentierter Altersangabe waren 41 Patientinnen und 10 Patienten zwischen 19 und 84 Jahren betroffen; am häufigsten Personen zwischen 40–49 Jahren (n=19). Ein altersabhängiges Risiko lässt sich aus den Daten nicht ableiten.

Eine vertiefte Betrachtung entsprechender Risiken erfolgte unter anderem nach einer von der AkdÄ veröffentlichten Kasuistik, zu der die AMK mit der AkdÄ in fachlichem Austausch stand. Die AkdÄ berichtete über den Fall eines 42-jährigen Mannes, der nach erstmaliger Einnahme eines apothekenpflichtigen Kombinationsarzneimittels mit Pseudoephedrin und ASS innerhalb von 30 Minuten Thoraxschmerzen und Schweißausbrüche entwickelte (1, 2). Im weiteren Verlauf traten Kammerflimmern, generalisierte Koronarspasmen sowie ein Hinterwandinfarkt auf. Eine Reanimation mit Defibrillation war erforderlich. Der Patient wurde intensivmedizinisch versorgt und erhielt mehrere Stents (1, 3). Die Differentialdiagnose lautete „Reaktion auf Pseudoephedrin“ sowie „Prinzmetal-Angina“. Zu den berichteten Risikofaktoren des Patienten zählen Heuschnupfen, chronische Sinusitis und Asthma bronchiale (4). Als weitere verdächtige Substanz wurde Cetirizin (H1-Antihistaminikum) als Begleitmedikation genannt (2).

Pseudoephedrin wirkt als indirektes Sympathomimetikum, indem es die Freisetzung von Noradrenalin fördert. Die daraus resultierende Vasokonstriktion kann zu einem Blutdruckanstieg und Vasospasmus führen, was den Zusammenhang mit den beobachteten Koronarspasmen erklären könnte (1). Ein Hersteller verweist gegenüber der AMK zudem auf die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf ASS, die im Rahmen eines Kounis-Syndroms zu einem akuten Koronarsyndrom geführt haben könnte (4). Das Kounis-Syndrom wird mittlerweile in den aktuellen Produktinformationen adressiert (6).

Im Zusammenhang mit ASS-bedingten Überempfindlichkeitsreaktionen gelten insbesondere Bronchialasthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen und chronische Atemwegserkrankungen als relevante Risikofaktoren. Pseudoephedrin-haltige Kombinationsarzneimittel sind bei schwerer oder unkontrollierter Hypertonie sowie bei anderen schweren kardiovaskulären Erkrankungen, darunter koronare Herzkrankheit und Tachyarrhythmien, kontraindiziert (5-7). 

Die AMK rät daher zu einer kritischen Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Abgabe Pseudoephedrin-haltiger Kombinationsarzneimittel. Relevante kardiovaskuläre Gegenanzeigen und Risikofaktoren sind sorgfältig zu beachten. Bei ASS-haltigen Kombinationen sollten zusätzlich Hinweise auf eine mögliche Unverträglichkeit berücksichtigt werden. Ist nicht die Behandlung sämtlicher durch das Kombinationspräparat adressierter Symptome erforderlich, sollte geprüft werden, ob eine gezielte symptomatische Therapie mit geeigneten Monopräparaten ausreichend ist.

Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung Pseudoephedrin-haltiger OTC-Arzneimittel sind vorzugsweise online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /


Quellen
1)    AkdÄ: Koronarspasmen und Myokardinfarkt nach Pseudoephedrin. www.akdae.de → Arzneimittelsicherheit → Drug Safety Mail 2024-52 (Zugriff am 19. Dezember 2024).
2)    Stada Arzneimittel AG an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] Anfrage zu Meldungen im Zusammenhang mit generalisierten Koronarspasmen. (8. Januar 2025).
3)    EMA; EudraVigilance-Datenbank (Fallnummer: EU-EC-10018009956). www.adrreports.eu → Meldungen über Verdachtsfälle bei Nebenwirkungen bei Substanzen → Pseudoephedrine Hydrochloride, Acetylsalicylic Acid → Line Listing (Zugriff am 24. Januar 2024).
4)    Bayer Vital GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] Anfrage zu Meldungen im Zusammenhang mit generalisierten Koronarspasmen […]. (23. Januar 2025).
5)    Johnson & Johnson GmbH; Fachinformation Reactine duo 5 mg / 120 mg Retardtabletten, Stand: Mai 2025.
6)    Bayer Vital GmbH; Fachinformation Aspirin Complex, Granulat zum Herstellen einer Suspension zum Einnehmen, Stand: März 2026.
7)    Angelini Pharma Deutschland GmbH; Fachinformation BoxaGrippal Erkältungssaft 200 mg/10 ml + 30 mg/10 ml Suspension zum Einnehmen, Stand November 2025.