In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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Zeige Ergebnisse 1481-1490 von 3413.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
ChargenrückrufMetformin Lichtenstein 500 mg, 180 TablettenMetforminZentiva Pharma0883910401.02.2021
HerstellerinformationPalexia 20 mg / ml Lösung zum EinnehmenTapentadolGrünenthal01.02.2021
Rote-Hand-BriefeUlipristalacetat 01.02.2021
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Fetcroja®CefiderocolShionogi1632586201.02.2021
Neue Arzneimittel
mit Abgabesituation
Oxlumo®Lumasiran Alnylam1673692101.02.2021
ChargenrückrufPascofemin®-Injektopas SL, 10x2 ml und 100x2 ml Flüssige Verdünnung zur Injektion Pascoe Pharmazeutische Präparate23.01.2021
Rückrufe allgemeinVetren® Gel 30.000 I.E., 100 gHeparin natriumMeda Pharma0311259622.01.2021
ChargenrückrufTilray Cannabisextrakt THC25, 25 ml Tilray Deutschland1659792218.01.2021
Rückrufe allgemeinLamotrigin-Hormosan 25 mg, 50 mg, 100 mg und 200 mg dispers, 50, 100 und 200 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum EinnLamotriginHormosan Pharma02173756
02174460
02177091
02177286
02177872
02179457
02179463
02179523
02179693
14.01.2021
ChargenrückrufTramagit® 200 mg, 20, 50 und 100 RetardtablettenTramadolKrewel Meuselbach02327343
02327366
02327372
12.01.2021
Zeige Ergebnisse 581-588 von 588.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenUAW-Verdachtsfälle melden: EMA veröffentlicht Informationsblatt für Patienten11.11.2014
Information der Institutionen und BehördenColistin inhalativ und parenteral: neue EMA-Empfehlungen zur Dosierung04.11.2014
Information der Institutionen und BehördenHautverätzungen durch Chlorhexidin-haltige Lösungen zur Hautdesinfektion bei Neugeborenen: neue Warnhinweise in Produktinformationen04.11.2014
Information der Institutionen und BehördenPhosphat-haltige Klistiere bei Säuglingen: Schwere Hyperphosphatämien21.10.2014
Information der Institutionen und BehördenBei Arzneimittelrückrufen kein Austausch ohne ärztliche Verschreibung21.10.2014
Information der Institutionen und BehördenParallel vertriebenes Avastin rumänischen Ursprungs: Charge B7011B03 vorsorglich untersuchen07.10.2014
Information der Institutionen und BehördenAmygdalin-haltige Arzneimittel sind bedenklich07.10.2014
Information der Institutionen und BehördenBfArM empfiehlt, auf Manipulationen bei importiertem Mabthera (Rituximab) und HerceptinV (Trastuzumab) zu achten23.09.2014

Information der Institutionen und Behörden

AMK: vermehrte Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion bei Mometason-haltigen Nasensprays

Datum:
20.01.2026

AMK / Die AMK hat die ihr vorliegenden Spontanmeldungen zu Mometason-haltigen Nasensprays im Zeitraum von Januar 2017 bis September 2025 ausgewertet. Insgesamt wurden 208 Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion erfasst, darunter 26 (12,5 %) Meldungen zu nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Apotheken berichteten hierin, dass teils bereits nach wenigen Anwendungen nur noch ungleichmäßige oder keine Sprühstöße mehr abgegeben werden konnten. Betroffen sind Arzneimittel von 17 verschiedenen Zulassungsinhabern.

Mometason wird nasal zur symptomatischen Behandlung der saisonalen und ganzjährigen Rhinitis bei Erwachsenen und Kindern ab drei Jahren angewendet sowie zur Behandlung der Nasenpolypen bei Erwachsenen.

Bei Mometason-haltigen Nasensprays handelt es sich um thixotrope Formulierungen, bei denen die Suspension im Ruhezustand dickflüssig erscheint, bei mechanischer Beanspruchung (Schütteln) hingegen die Viskosität abnimmt. So soll verhindert werden, dass sich die festen Bestandteile der Suspension (über einen längeren Zeitraum) absetzen und die Suspension bricht (1).

In den jeweiligen Produktinformationen sind daher Hinweise hinterlegt, ob das Präparat gegebenenfalls vor der Erstanwendung aktiviert beziehungsweise vor jeder Anwendung die Suspension aufgeschüttelt werden muss. Nach Anwendung können zudem Rückstände der Suspension im Nasenstück verbleiben und über die Zeit (in Ruhe) gelartig werden und so zur Verstopfung der Austrittsöffnung führen.

Daher empfehlen die Gebrauchsinformationen der betroffenen Präparate, das Nasenstück und die Schutzkappe regelmäßig in warmem Wasser zu reinigen und anschließend unter fließendem Wasser abzuspülen. Die Austrittsöffnung darf nicht mit Nadeln oder anderen spitzen Gegenständen bearbeitet werden, da dies den Sprühkopf beziehungsweise den Mechanismus für die Feinverneblung (irreparabel) beschädigen kann, wodurch die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt wird (2). Die Öffnung misst etwa 0,2 mm, die dahinterliegende Verwirbelungskammer ist noch feiner strukturiert (3).

Von 208 Meldungen zur eingeschränkten Sprühfunktion bestätigten acht Fälle einen herstellungsbedingten Qualitätsmangel. In 45 der AMK vorliegenden Firmenstellungnahmen mit erfolgter Musteruntersuchung wurden herstellerbedingte Ursachen hingegen ausgeschlossen; in 24 (53 %) Prüfungen dokumentierten die Firmen Manipulationen am Nasenstück, etwa den Versuch, den Sprühkopf mit spitzen Gegenständen gangbar zu machen. Die Unternehmen führen das Fehlerbild somit überwiegend auf eine nicht sachgemäße Reinigung beziehungsweise Manipulation des Applikators zurück (siehe Abbildung).

In der Literatur werden Medikationsfehler bei Kortison-haltigen Nasensprays beschrieben, insbesondere hinsichtlich der korrekten kontralateralen Sprühtechnik mit von der Nasenscheidewand weg gerichteter Düse (4, 5). Die Auswertung der AMK zeigt jedoch, dass auch die Pflege und Reinigung der Applikatoren häufig patientenseitigen Fehlern unterliegen können, wenn die Hinweise der Gebrauchsinformation nicht korrekt befolgt werden.

Die AMK empfiehlt daher, bei Reklamationen defekter Pumpmechanismen zunächst die durchgeführte Reinigung zu erfragen, um zwischen einem Verdacht eines Qualitätsmangels des betroffenen Arzneimittels und einem (potenziellen) Anwendungsfehler zu differenzieren. Die Ergebnisse sollten der AMK im Rahmen der Meldung mitgeteilt werden. Die AMK empfiehlt Apothekerinnen und Apothekern zudem, bei Abgabe Mometason-haltiger Nasensprays Patienten auf die korrekte Handhabung und Reinigung gemäß Gebrauchsinformation hinzuweisen.

Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit Mometason-haltigen Arzneimitteln sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

 

Quellen

1.) MSD Sharp & Dohme GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] Nasonex® 140 Sprühstöße Nasenspray […]. (5. Dezember 2017).
2.) Organon Healthcare GmbH; Gebrauchsinformation NASONEX® 50 μg/Sprühstoß, Nasenspray, Suspension, Stand März 2024.
3.) Galenpharma GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); […] AMK-Fallnummer […] zu MOMEGALEN 50 μg/Sprühstoß Nasenspr.140 Sprühst. (20. Februar 2024)
4.) Al-Taie A. A systematic review for improper application of nasal spray in allergic rhinitis: A proposed role of community pharmacist for patient education and counseling in practical setting. Asia Pac Allergy. 2025 Mar;15(1): 29-35.
5.) Rollema C, van Roon EN, de Vries TW. Inadequate quality of administration of intranasal corticosteroid sprays. J Asthma Allergy. 2019 Apr 3; 12:91-94.