In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

JJJJ-MM-TT

Zeige Ergebnisse 1321-1330 von 3472.
KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
Rote-Hand-BriefeCHAMPIX®VareniclinPfizer 01.10.2021
Rote-Hand-Briefekombinierte hormonale Kontrazeptiva 01.10.2021
ChargenrückrufSyntaris® 25 μg pro Sprühstoß 20 ml und 2x20 ml Nasenspray, LösungFlunisolidDermapharm02057665
06888311
01.10.2021
HerstellerinformationVincristin-TEVA®VincristinTEVA29.09.2021
ChargenrückrufMaprotilin-neuraxpharm® 25 mg, 100 Filmtabletten Maprotilinneuraxpharm Arzneimittel0383146327.09.2021
ChargenrückrufCHAMPIX® 0,5 mg / 1 mg, 0,5 mg und 1,0 mg, alle Packungsgrößen, Filmtabletten Pfizer Pharma00017319
05020651
00425662
05012344
00426928
27.09.2021
ChargenrückrufLosar-Denk 25 mg, 50 mg und 100 mg, 98 Filmtabletten, LosarHCT-Denk 50 mg / 12,5 mg und 100 mg / 12,5 mg, 98 Filmtabletten, Denk Pharma12443174
12443180
12443151
12443197
11732870
27.09.2021
ChargenrückrufVitamin D3 K2 Hevert plus Calcium und Magnesium 1000 IE und 2000 IE, 60 und 120 Kapseln Hevert-Arzneimittel & Co. K16336937
17206734
16890444
17206740
27.09.2021
ChargenrückrufLosartan-Kalium axcount 12,5 mg, 28 Filmtabletten, Losartan-Kalium axcount 25 mg, 50 mg und 100 mg, 28, 56 und 98 Filmtabletten axcount Generika05458376
02495224
02495230
02495247
05458399
05458407
05458436
05458442
05458459
05458465
27.09.2021
ChargenrückrufMowiberon, 20, 50, 100 und 150 Kapseln Rodisma-Med Pharma03355330
03355413
03355436
04637674
27.09.2021
Zeige Ergebnisse 591-599 von 599.
KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenStufenplanverfahren zu Levonorgestrel-haltigen Notfallkontrazeptiva: unabhängig vom Körpergewicht von allen Frauen verwendbar11.11.2014
Information der Institutionen und BehördenUAW-Verdachtsfälle melden: EMA veröffentlicht Informationsblatt für Patienten11.11.2014
Information der Institutionen und BehördenColistin inhalativ und parenteral: neue EMA-Empfehlungen zur Dosierung04.11.2014
Information der Institutionen und BehördenHautverätzungen durch Chlorhexidin-haltige Lösungen zur Hautdesinfektion bei Neugeborenen: neue Warnhinweise in Produktinformationen04.11.2014
Information der Institutionen und BehördenPhosphat-haltige Klistiere bei Säuglingen: Schwere Hyperphosphatämien21.10.2014
Information der Institutionen und BehördenBei Arzneimittelrückrufen kein Austausch ohne ärztliche Verschreibung21.10.2014
Information der Institutionen und BehördenParallel vertriebenes Avastin rumänischen Ursprungs: Charge B7011B03 vorsorglich untersuchen07.10.2014
Information der Institutionen und BehördenAmygdalin-haltige Arzneimittel sind bedenklich07.10.2014
Information der Institutionen und BehördenBfArM empfiehlt, auf Manipulationen bei importiertem Mabthera (Rituximab) und HerceptinV (Trastuzumab) zu achten23.09.2014

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Okedi (Risperidon) 75 mg und 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension: Risiko für Anwendungsfehler im Zusammenhang mit der Rekonstitution

Produkt:
Okedi
Wirkstoff:
Risperidon
Datum:
17.03.2026

AMK / Im Zeitraum von Januar 2023 bis Februar 2026 überblickt die AMK insgesamt 31 Spontanberichte aus Apotheken zu Okedi (Risperidon) 75 mg und 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, darunter fünf Fälle zu Import-Präparaten. Es wurden Probleme im Zusammenhang mit der Rekonstitution berichtet, wie das Austreten der Suspension, die Bildung von Rissen an der Spritze (siehe Abbildung 1) sowie eine als zu hoch beschriebene Viskosität der zubereiteten Suspension.

Okedi wird zur Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen angewendet, bei denen die Verträglichkeit und Wirksamkeit von oralem Risperidon bereits nachgewiesen ist. Die Rekonstitution erfolgt durch Fachpersonal unmittelbar vor der Applikation.

Im genannten Zeitraum gingen bei der AMK zu anderen, bereits länger im Markt befindlichen Risperidon-haltigen Depotarzneimitteln zur intramuskulären Anwendung durch Fachpersonal lediglich zwei Meldungen zu Rekonstitutionsproblemen bei Rispolept Consta sowie eine Meldung bei Risperdal Consta ein. Die Präparate unterscheiden sich galenisch: Die älteren Präparate enthalten Mikrosphären-Partikel, während das neuere Präparat Okedi nach parenteraler Gabe eine Polymermatrix in situ bildet (1).

Gegenüber der AMK führt die Firma Unterschiede in der Handhabung zwischen bereits etablierten Depotpräparaten und Okedi als potenziell begünstigende Faktoren an, die das Risiko von Anwendungsfehlern erhöhen können.

Während die seit Langem im Markt befindlichen Präparate gekühlt gelagert werden müssen, ist für Okedi keine Kühlung vorgesehen (2). Für die korrekte Rekonstitution von Okedi ist zudem die Beachtung einer Mindesttemperatur notwendig, da der Inhalt unter 19 °C gefriert (3). Vor Beginn der Zubereitung muss daher sichergestellt werden, dass beide Spritzen diese Mindesttemperatur (19 °C) aufweisen. Meldungen zu erhöhter Viskosität werden daher auf Lagerungsfehler beziehungsweise die Missachtung dieser Temperaturvorgabe zurückgeführt.

Okedi wird als Set aus zwei über ein Gewindesystem verbindbaren Fertigspritzen bereitgestellt – eine mit Pulver, die andere mit Lösungsmittel –, die durch wiederholtes, kräftiges Hin- und Herdrücken der Kolben rekonstituiert werden. Die gemeldeten Rissbildungen an den Spritzen führt die Firma schließlich auf ein Überdrehen beim Verschrauben zurück (4). Laut Gebrauchsinformation sind die Spritzen lediglich bis zu einem spürbaren leichten Widerstand zu verbinden; dabei verbleibt ein sichtbarer Abstand (siehe Abbildung 2).

In der Gesamtschau bewertet die AMK die gemeldeten Rekonstitutionsprobleme als vermutlich anwendungsbedingt. Fehlerbegünstigend erscheint insbesondere die Kombination aus nicht intuitiver Verschraubungstechnik und anschließendem intensivem Mischvorgang (100-maliges rasches Hin- und Herdrücken der Kolben über eine Minute) sowie der temperatursensitiven Handhabung des Präparates. Die AMK hält daher eine deutlichere Hervorhebung der Temperaturanforderungen sowie eine visuell klar erkennbare Darstellung des korrekten Verschraubungsabstands in der Fach- und Gebrauchsinformation für notwendig.

Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, das medizinische Fachpersonal auf die korrekten Lagerungs- und Zubereitungsbedingungen hinzuweisen. Bei eingehenden Reklamationen sollte die Einhaltung der sensiblen Rekonstitutionsschritte erfragt und konkret im Rahmen der AMK-Meldung dokumentiert werden.

Verdachtsfälle von Risiken im Zusammenhang mit Risperidon-haltigen Depotarzneimitteln sind bitte online unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen

1.) Assion H‑J, Aubel T, Hajak G, Heres S, Hurlemann R, Kühn K‑U, Leopold K, Rujescu D, Vasic N, Wobrock T, Leucht S: Risperidon ISM®: innovative Depotformulierung zur Therapie der Schizophrenie. Psychopharmakotherapie 2023;30(3):72–81.
2.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A.; Gebrauchsinformation OKEDI 75 mg/- 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, Stand September 2025.
3.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A.; Fachinformation OKEDI 75 mg/- 100 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension, Stand Mai 2023.
4.) Laboratorios Farmacéuticos Rovi, S. A. an AMK (E-Mail-Korrespondenz); OKEDI 100 mg Plv.u.LM H.Depot-Inj.-Susp.Fert.-S. - Spontanberichte. (16. Februar 2026)