In dieser Rubrik finden Sie nicht nur neue Arzneimittel aufgelistet, sondern auch die aktuellen Nachrichten der Arzneimittelkommission (AMK), wie z. B. Rückrufe oder Rote-Hand-Briefe. Sie können außerdem in unserem Archiv gezielt nach früheren Informationen suchen.

Wichtige Arzneimittelinformationen

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KategorieProduktWirkstoffHerstellerPZNsDatum
HerstellerinformationAdrekarAdenosinSanofi-Aventis Deutschland21.07.2026
ChargenrückrufFampridin-neuraxpharm® 10 mg RetardtablettenFampridinneuraxpharm Arzneimittel16705151
16737435
17579180
20.07.2026
Rote-Hand-BriefeTavneos®AvacopanVifor Fresenius Medical Care Renal Pharma France16.07.2026
HerstellerinformationMykronor®NoradrenalinAguettant Deutschland15.07.2026
Rote-Hand-BriefeIxchiqChikungunya-ImpfstoffValneva Austria14.07.2026
ChargenrückrufNystaderm®-S 100.000 I.E. / ml Suspension zur Anwendung in der Mundhöhle und zum Einnehmen, 24 ml, 24 mlNystatinDermapharm03936713
03936736
03936742
13.07.2026
HerstellerinformationVictoza®LiraglutidNovo Nordisk Pharma10.07.2026
ChargenrückrufLitalir 500 mg Hartkapseln, „CC Pharma“HydroxycarbamidCC Pharma0927563209.07.2026
HerstellerinformationIfosfamid Injections 1 g / 20 ml (50 mg / ml) und 3 g / 60 ml Hikma Pharma08.07.2026
Rote-Hand-BriefeKeppra®LevetiracetamUCB Pharma1916438808.07.2026
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KategorieTitelDatum
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Lieferengpass Calciumfolinat-haltiger Parenteralia: Einschränkung der Distributionswege und eine kontingentierte Abgabe angeordnet20.12.2022
Information der Institutionen und BehördenAMK: Äquivalenzdosistabellen zu Antibiotika aktualisiert20.12.2022
Information der Institutionen und BehördenAMK in eigener Sache: Vielen Dank für Ihren Einsatz zur Verbesserung der Patientensicherheit20.12.2022
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Ranitidin-haltige Arzneimittel: Befristetes Ruhen aller Zulassungen angeordnet - Update13.12.2022
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Dringende Empfehlungen zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Ibuprofen- und Paracetamol-haltigen Fiebersäften für Kinder13.12.2022
Information der Institutionen und BehördenEMA: Ruhen der Zulassung von Arzneimitteln angeordnet, deren Bioäquivalenzstudien von Synchron Research Services, Indien, durchgeführt wurden09.12.2022
Information der Institutionen und BehördenBVL: Pergolid-haltige Tierarzneimittel: Risiko der versehentlichen Einnahme durch Menschen29.11.2022
Information der Institutionen und BehördenBfArM: Risiko für Fehldosierungen bei Acetylsalicylsäure-haltigen Arzneimitteln (100 mg), die über eine Standardzulassung verfügen28.11.2022
Information der Institutionen und BehördenInformation der Institutionen und Behörden: PRAC/CMDh: Empfehlung zum Widerruf der Zulassung Amfepramon-haltiger Arzneimittel25.11.2022
Information der Institutionen und BehördenBfArM/PEI: Aufruf zur Meldung von Nebenwirkungen im Rahmen der weltweiten MedSafetyWeek 202208.11.2022

Information der Institutionen und Behörden

AMK: Dolo-Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain) 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten: vereinzelt weiße Verfärbungen aufgrund Rekristallisation von Isomalt an der Oberfläche

Produkt:
Dolo-Dobendan
Wirkstoff:
Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain
Datum:
24.02.2026

AMK / Im Zeitraum Januar 2024 bis heute erhielt die AMK insgesamt 19 Spontanmeldungen aus Apotheken zu mehreren Chargen von Dolo-Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain) 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten, in denen vereinzelt Lutschtabletten beanstandet wurden, die eine deutliche Weißverfärbung mit Volumenzunahme zeigten. Die Oberfläche erscheint matt, rau und spröde und teils mit Rissbildung (siehe Abbildung).

Das Mund- und Rachentherapeutikum ist zur temporären unterstützenden Behandlung schmerzhafter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut zugelassen.

Nach Angaben der Firma handelt es sich bei den weißlichen Veränderungen um eine Rekristallisation von Isomalt an der Oberfläche der Lutschtabletten. Die vermehrt beobachtete Weißverfärbung trat nach Einführung der zuckerfreien Rezeptur im Juli 2023 auf. Im Zuge der Umstellung wurden Glukose und Sucrose durch Isomalt ersetzt; zusätzlich wurde die Beschichtung der PVC-Blisterfolie verstärkt, während die Aluminiumfolie unverändert blieb. Die Firma überprüft aktuell den gesamten Prozess der Rezepturentwicklung, Herstellung und Verpackung. Laut Firma ergab die Inspektion aller Rückstellmuster der gemeldeten Chargen keinen Befund einer Weißverfärbung (1).

Der AMK liegen ausschließlich Fälle vor, in denen das Arzneimittel bereits an Patienten abgegeben worden war. Als Ursache wird seitens der Firma gegenüber der AMK ein Feuchtigkeitseintrag infolge beschädigter Blisterzellen, etwa durch Mikrorisse in der Aluminiumfolie, vermutet. Diese können durch unsachgemäße Handhabung oder Lagerung entstehen, beispielsweise durch das Zuschneiden von Blisterpackungen oder deren Aufbewahrung außerhalb des Umkartons (unter feuchten Bedingungen).

Die beobachtete Weißverfärbung wird von der Firma als unbedenklich bewertet. Der AMK liegen Meldungen vor, in denen Patienten teilweise verfärbte Tabletten angewendet hatten. In einem Fall wurde ein abweichender Geschmack beschrieben. Unerwünschte Wirkungen wurden bislang nicht berichtet.

Laut aktueller Gebrauchsinformation ist das Arzneimittel nicht über 25 °C aufzubewahren. Darüber hinaus finden sich jedoch keine expliziten Hinweise darauf, dass Blisterpackungen unversehrt und in der Umverpackung zu lagern sind (2). Die beschriebene Weißverfärbung ist ebenfalls nicht erwähnt.

Vor diesem Hintergrund regt die AMK an, entsprechende Angaben in die Gebrauchsinformation aufzunehmen beziehungsweise Anpassungen der Blisterfolie (zum Beispiel Alu/Alu-Blister) zu prüfen, um eine bessere Feuchtigkeitsbarriere zu erreichen.

Blisterpackungen von Dolo-Dobendan Lutschtabletten könnten möglicherweise gezielt zugeschnitten worden sein, um eine bedarfsgerechte Menge abzuteilen. Die AMK bittet deshalb Apothekerinnen und Apotheker, bei Reklamationen von Patienten wegen farblich veränderter Lutschtabletten, die scheinbar intakten Blisterzellen auf mögliche Beschädigungen hin zu prüfen und dies in der AMK-Meldung zu dokumentieren. Patienten sollten zudem darauf hingewiesen werden, Blister nicht körpernah oder unter Einwirkung von Wärme, Feuchtigkeit oder mechanischer Belastung aufzubewahren.

Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit Dolo-Dobendan Lutschtabletten sind bitte unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. /

Quellen
1.) Reckitt Benckiser Deutschland GmbH an AMK (E-Mail-Korrespondenz); DOLO-DOBENDAN 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten - Weißungseffekt […]. (9. Februar 2026)
2.) Reckitt Benckiser Deutschland GmbH; Gebrauchsinformation Dolo-Dobendan 1,4 mg/10 mg Lutschtabletten, Stand September 2022.